Einen wirklichen Aufschwung im Weinbau gab es dann ab dem Jahr 1875, als italienische und etwas später auch deutsche Winzer nach Brasilien einwanderten. Sie brachten ihre eigenen Reben aus ihren heimischen Anbaugebieten mit. In Brasilien wird heutzutage generell in den gemäßigten, dem Äquator fernen Regionen Wein angebaut. Das sind hauptsächlich die beiden Städte Bento Goncalves und Garribaldi im Bundesstaat Rio Grande do Sul. Daneben sind Regionen wie Sao Paulo, Rio de Janeiro, Sierra Gaucha als Weinbaugebiete bekannt. Ab den 1970ern wurden viele Flächen in der Region Frontera an der Grenze zu Uruguay geschaffen, auf den die Vinifera Reben aus Europa angepflanzt wurden.
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Weinbau in Brasilien heute
Auf der Hälfte der Rebfläche werden Tafeltrauben hauptsächlich der Sorten Pirovano und Isabella verwendet. In Brasilien werden jährlich ca. 4 Mio. Hektoliter erzeugt. Der brasilianisch Pro-Kopf Weinverbrauch ist als eher gering zu bezeichnen.Eine Besonderheit hat der Weinbau jedoch in Brasilien. In den Gebieten, die dem Äquator etwas näher liegen, sind zwei Lesen im Jahr, manchmal sogar fünf, möglich. Wegen der hohen Temperaturen und und Luftfeuchtigkeit, was eine Gefahr von Pilzbefall in sich birgt, werden hier zu 70 % dagegen resistente Rebsorten der Vitis labrusca Spezies, z. B. Niagarra (häufigste weiße Traube), Isabella (die häufigste Rebe), Concord, Delawar, Dutches und Hybriden der Seibel angebaut. Wegen der genannten klimatischen Bedingungen muss die Lese sehr früh beginnen, was zu Weinen führt, die säurereich aber etwas körperarm sind. Diese eher dem Landwein zuzuschreibenden, sehr alkoholhaltigen Weine werden zumeist auf dem inländischen Markt vertrieben. Jedoch werden seit der jüngsten Vergangenheit vermehrt Sorten aus Europa, z. B. Bordo (Ives Noir), Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Chardonnay, Malvasio, Merlot, Muskateller, Petite Sirah und Trebbiano versucht.









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