Die Weißwein-Rebe Muscat Blanc a Petit Grains im Rebsortenlexikon



Muscat Blanc a Petit Grains - weiße Rebsorte

Muscat Blanc in Kürze

Die vermutlich älteste Sorte der Welt

Synonyme für Muscat Blanc Frontignac, Gelber Muskateller, Moscato Bianco, Moscato di Canelli, Moscadello, Muscadel, Muscat Blanc à Petits Grains Ronds, Muscat Frontignan, Muskateller, Tamianka Berühmte Weine aus Muscat Blanc

Die Muscat Blanc oder wie sie mit vollem Namen heißt Muscat Blanc à Petits Grains Ronds, ist eine weiße Rebsorte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Griechenland oder Italien stammt. Sie ist eine der ältesten, wenn nicht gar die älteste, Rebsorten, die heute bekannt sind.
Die Muscat Blanc zählt zur großen Gruppe der Muskateller-Reben und wird im Allgemeinen als deren edelste Vertreterin angesehen. Sie wird vor allem rund ums Mittelmeer, aber auch in vielen anderen Ländern der Welt, unter den unterschiedlichsten Namen angebaut, die französische Bezeichnung Muscat Blanc ist aber eine der häufigsten.

Die diversen Namen, die weite Verbreitung und die zahlreichen Spielarten der Sorte deuten auf das hohe Alter der Rebe hin.
Sie könnte bereits im antiken Griechenland bekannt gewesen sein, spätestens die alten Römer kannten die Sorte aber. Entweder wurde die Rebe durch die Griechen in ihre Kolonie Massalia (Marseille) gebracht oder gelangte mit den Römern nach Gallia Narbonensis (römische Provinz im heutigen Südfrankreich). Von dort breitete sie sich nach und nach aus, zunächst in die angrenzenden Regionen und die Länder rund ums Mittelmeer, später auch weiter in den Norden und schließlich nach Übersee.
Heute befindet sich die größte Rebfläche für Muscat Blanc à Petits Grains Ronds in Italien, wo mehr als 11.000 Hektar mit dieser Rebe bestockt sind – hier wird die Rebe meist Moscato Bianco genannt. Vor allem im Piemont, im Bereich Asti, ist die Sorte sehr beliebt. In Frankreich sind gut 7.500 Hektar mit Muscat Blanc bestockt, der überwiegende Teil davon im Languedoc-Roussillon.
Weitere Anbauflächen finden sich in nahezu allen Weinbauländern der Welt von Bulgarien und Griechenland über Deutschland und Österreich bis nach Spanien und Portugal sowie in Argentinien, Chile, Brasilien und Kalifornien, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Muscat Blanc ist mittel bis spät reifend und anfällig für Botrytis und Echten Mehltau, sie neigt zum Verrieseln und ist außerdem anfällig für Milben, wodurch sie recht unsicher im Ertrag ist. In nördlichen Gebieten ist sie zudem durch Frost bedroht, auf den sie empfindlich reagiert.
Ihre Beeren sind kleiner als die der anderen Muskatellersorten, daher auch der Namenszusatz „Petits Grains Ronds“ (= kleine runde Beeren).
Aus der Muscat Blanc können Weißweine mit würzigen Aromen und dem typischen Muskatton gekeltert werden. Die Weine können sowohl trocken als auch süß ausgebaut werden, sie ist auch für Schaumweine geeignet. Weil die Beeren einen hohen Zuckergehalt aufweisen, eignet sich die Sorte besonders gut für Süßweine.
In weniger guten Jahren eignet sich die Muscat Blanc weniger zum sortenreinen Ausbau, kann aber Sorten wie zum Beispiel Pinot Blanc und Riesling sehr gut unterstützen.

Die Muscat Blanc à Petits Grains Ronds darf nicht mit den Sorten Goldmuskateller oder Muscadelle verwechselt werden, auch nicht mit Muscat d'Alexandrie oder Muskat-Ottonel. Aufgrund ihres Alters war die Muscat Blanc an vielen natürlichen Kreuzungen beteiligt und wird daher als Leitsorte bezeichnet. Außerdem wurde sie auch zu Neuzüchtungen herangezogen. DNA-Untersuchungen haben ergeben, dass es mindestens sechs direkte Nachkommen der Muscat Blanc gibt, die teilweise durch die Kreuzung mit einem unbekannten Partner entstanden sind.

Hier eine Übersicht über die Reben, an deren Entstehung die Muscat Blanc beteiligt war:

  • Aleatico: Kreuzung mit unbekanntem Partner
  • Goldmuskateller: Kreuzung mit unbekanntem Partner
  • Morio Muskat: Kreuzung mit Silvaner
  • Moscato di Scanzo: Kreuzung mit unbekanntem Partner
  • Muscat d'Alexandrie: Kreuzung mit Heptaliko
  • Muscat Fleur d'Orange: Kreuzung mit Chasselas
  • Muscat Rouge de Madere: Kreuzung mit Mammolo
  • Muskat Peichskii: Kreuzung mit Coarna Alba
  • Rosenmuskateller: Kreuzung mit unbekanntem Partner
  • Zagrei: Kreuzung mit Ovidiopolskii

Darüberhinaus gibt es einige Spielarten, wie zum Beispiel die Moscato Rosso (roter Muskateller), die vor allem in Südtirol vorkommt.

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