
Sapnischer Wein von der Costa Blanca bis Rioja
Spanischer Wein heißt, dem begrüßenswerten Trend folgend, mehr Qualität als Quantität.
Qualität, das war früher die Rioja. Die anderen Regionen waren für den Massenwein und damit zum Teil auch für den inländischen Markt zuständig. Nachdem man aber in diesen Regionen bemerkt hat, welchen Erfolg die Rioja mit ihrer Qualitätsphilosophie hatte, begann man sich auch dort Gedanken zu machen.
Etwa in Castilla, wo man schon immer ganz charakteristische Landweine vinifizierte. Ihren Charakter haben sie erhalten, qualitativ aber enorm aufgeholt und den entdeckten Barriqueausbau nach Rioja-Vorbild beherrscht man mittlerweile auch. Der Vorteil für den Verbraucher ist, daß, da man eben immer ein bißchen hinterherhinkte und noch keinen entsprechend großen Namen hat, die Preise noch recht bodenständig sind.
Dies gilt in etwa auch für die Costa Brava, die man eigentlich eher von Urlaubskatalogen kennt. Hier hat sich jedoch in Sachen Weinbau ebenfalls einiges getan. Das Klima passt ja auch, und wenn man von der direkten Küste etwas zurückweicht, findet man durchaus auch sehr geeignete Böden für internationale Sorten wie etwa den Cabernet Sauvignon. Einige Winzer konnten sich hier mit viel Engagement, aber auch dankenswert hohem Aufwand, einen Namen machen.
Auch im Penedes, mittlerweile schon etwas bekannter, wird viel mit Cabernet Sauvignon gearbeitet. Den Barriqueausbau beherrscht man inzwischen perfekt und so manche große Reserva oder Gran Reserva kann sich nach ihrem Ausbau in amerikanischer Eiche zu den Spitzenweinen zählen.
Oder denken wir an die herrliche Erdigkeit des der Navarra-Weine.
Fast die Bekanntheit des Rioja, aber ziemlich sicher schon dessen Qalität, hat das Anbaugebiet entlang des Flusses Duero erreicht. Hier wie dort stützt man sich aber eher auf Spaniens Vorzeigerebe Tempranillo. Diese heimische Rebe ist nicht einfach zu kultivieren, bringt aber hervorragende Ergebnisse. Die Traube bringt nirgends solche Ergebnisse wie in Spanien, was wohl an der immensen Erfahrung der spanischen Winzer mit dieser Traube liegt.
Ursprünglich fast nur als Grundwein in diversen Cuvées, denen er Farbe, Aroma und substantielle Tannine verleiht, verwendet, wird er dankenswerterweise mehr und mehr reinsortig ausgebaut. Sowohl die Cuvées als auch die reinsortigen Vertreter gibt es in herrlicher Qualität, unübertroffen wie gesagt im Rioja und im Ribera del Duero.
Wo solche Rotweindelikatessen gemacht werden wundert es nicht, daß spanischer Wein damit gleich gesetzt wird. Entsprechend führen die Weißweine ein Schattensein und wo man bei spanischem Wein schonmal von Rosé bzw. Rosado spricht, redet man auch vorwiegend von Tempranillo oder Garnacha. Letztere Traube übrigens ein ganz anderer, nicht minder leckerer Grund, sich mit spanischem Wein zu befassen.
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