Die Weintrinker, die sich noch immer vom Verschluss zum Kauf eines Weines bewegen lassen oder auch davon absehen, leben inzwischen hinter dem Mond.
Dass die Qualität von Naturkork auf Grund der großen Nachfrage und des gleichzeitig begrenzten natürlichen Vorkommens, stetig abnimmt ist längst bekannt und dennoch legen viele Weintrinker großen Wert auf eben diesen Verschluss. Eigentlich schizophren, denn Korkfehler sind dabei keine Seltenheit und vor allem liefern alternative Verschlussmethoden gleich gute Ergebnisse, wenn man die ausbleibenden Korkfehler noch hinzunimmt, sogar bessere!
Wer sich folglich beim Weinkauf von einem Glaskorken, einem Schraubverschluss oder Kronkorken abschrecken lässt ist selber schuld!
Die Diskussion um den althergebrachten Naturkork als Weinverschluss werden so schnell nicht abreißen. Der Korken hat sowohl Vorteile als auch Nachteile, was überwiegt ist noch nicht definitiv geklärt. Auf Grund der zunehmenden Korkfehler gerät der Naturkorken allerdings zunehmend in die Kritik. Außerdem spricht der qualitätsabhängige recht hohe Preis von etwa 20 Cent bis 1 Euro pro Stück gegen den Einsatz dieser Verschlussart. Ansonsten hat der Naturkorken viele Vorteile: das Gewicht ist gering, ebenso wie die Gasdurchlässigkeit, die Formbeständigkeit und für viele Weintrinker besonders wichtig, das vertraute „Plopp“ beim Öffnen der Flasche. Allerdings wird ein Korkenzieher benötigt, um die Flasche überhaupt öffnen zu können.
Dessen ungeachtet liegt der Korken bei den Weinverschlüssen deutscher Weine weiterhin auf Platz 1.
Die weiße Rebsorte Gelber Muskateller gehört zu den häufig unterschätzten Sorten. Lange Jahre wurde diese Rebsorte nicht so recht wahrgenommen, da die ihr eigenen Aromatik als zu aufdringlich empfunden wurde. Daher wurde der Muskateller meist jung getrunken.
Dabei kann ein gut gekelterter Gelber Muskateller durchaus elegant, feingliedrig und mineralisch sein, also einige Eigenschaften mitbringen, die einen wirklich guten Weißwein auszeichnen. Inzwischen haben einige Winzer die Vorzüge dieser Rebsorte wiederentdeckt und damit begonnen, wirklich hervorragende und langlebige Weißweine daraus zu erzeugen.
Noch vor einigen Jahren, stellten sich mir bei der bloßen Erwähnung eines Bio-Weines die Nackenhaare hoch, handelte es sich doch meist um untrinkbares Gesöff, das die Bezeichnung „Wein“ nicht verdient hatte. Doch diese Zeiten sind inzwischen zum Glück vorbei! Immer mehr renommierte Winzer wenden sich dem ökologischen Weinbau zu und präsentieren hervorragende Ergebnisse. Dieser Trend lässt wirklich hoffen, dass in Zukunft Bio und Qualität im Weinbau Hand in Hand gehen werden.
Dass Bio-Weine noch immer einen recht schlechten Ruf haben, liegt an den Anfangssünden einiger experimentierfreudiger Weinbauern, die vermutlich auch aus konventionell angebauten Trauben keine Spitzenweine gekeltert hätten. Die wirklich großen Winzer hielten zunächst Abstand vom ökologischen Landbau und konnten dementsprechend auch keine guten Bio-Weine auf den Markt bringen. Dies ändert sich seit einiger Zeit und stimmt hoffnungsvoll.
Neben der vollständigen Umstellung auf Bio-Weine gibt es auch Winzer, die weiterhin experimentieren und nach einer verträglichen Mischung zwischen beiden Extremen suchen. In diesem Zusammenhang werden viele in Vergessenheit geratene Möglichkeiten der Weingartenpflege wiederbelebt. Sicherlich ist diese Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen.
Es bleibt abzuwarten welche Entwicklung Bio-Weine in Zukunft nehmen werden, man darf gespannt sein!
Zwei Begriffe, die eigentlich dasselbe meinen aber unterschiedlich besetzt sind was die Wertung anbelangt. Während bei einem Wein, auf dessen Etikett das Wort Cuvee zu finden ist, der Laie davon ausgeht, er habe ein edles Tröpfchen in der Hand und der Kenner ohnehin weiß was er da ausgesucht hat, stellen sich bei der Bezeichnung Verschnitt auf dem Weinetikett sämtliche Haare auf.
Woran liegt diese unterschiedliche Reaktion?
Das größte Problem des Wortes Verschnitt dürfte in den letzten Jahren entstanden sein, seit auf immer mehr Billig-Weinen aus dem Supermarkt der Hinweis „Verschnitt von Weinen aus mehreren Staaten der EU“ zu finden ist. Der Inhalt dieser Flaschen und Tetrapacks ist meist gewöhnungsbedürftig – euphemistisch ausgedrückt.
In diesem Zusammenhang ist der gute alte Verschnitt, wie ihn früher auch viele deutsche Winzer erzeugt haben, immer mehr in Verruf geraten. Doch wer heute eine Cuvee oder einen Verschnitt in Händen hält, kann sich relativ sicher sein, dass er ein gutes Tröpfchen in Händen hält.
Es gibt einige Aromen, die bei Weißweinen besonders häufig vorkommen oder die das Kennzeichen einer bestimmten Rebsorte oder einer Anbauregion sind.
Hier finden sich einige Aromen mit einer kurzen Charakteristik – vor allem praktisch, um Gäste mit seinem umfassenden Weinwissen zu beeindrucken.
Ananas: Vor allem bei jüngeren Weißweinen zu finden, ebenso wie bei Weißweinen aus Australien und Neuseeland.
Apfel: Besonders Champagner verströmt einen aromatischen Apfelduft, aber auch Weißweine, die aus Riesling gekeltert wurden, weisen häufig ein Apfelaroma auf.
Birne: In vielen fruchtigen Weißweinen ist eine aromatische Note von Birnen zu erkennen. Diese Frucht taucht häufig auch im Bukett von Champagner auf.
Grapefruit: Grapefruitnoten sind vor allem in jungen und frischen Weißweinen zu finden.
Helles Steinobst: Besonders in jungen Weißweinen und in Champagner sind Noten von Nektarine, Pfirsich und Aprikose zu finden. Aber auch fruchtige Weißweine aus der Neuen Welt zeigen häufig Aromen von hellem Steinobst.
Mineralien: Mineralische Anklänge sind bei vielen trockenen Weißweinen zu finden, deren Reben von steinigen Untergründen stammen. Vor allem Riesling und Schaumweine zeigen diese Noten.
Vanille: Weißweine, die im Holzfass ausgebaut wurden, zeigen oft eine zarte Vanillenote.
Zitrusfrüchte: Besonders bei Riesling und Sauvignon Blanc zu finden, aber auch Kennzeichen vieler frischer und spritziger Weißweine aus aller Welt.
Passend zum Sommer und zur EM soll das österreichische Kultgetränk hier einmal näher beleuchtet werden. Für den typischen G`Spritzten benötigt man einen pfeffrigen Grünen Veltliner, der einen nicht zu hohen Alkoholgehalt aufweist, dafür aber reich an belebender Säure ist. Dazu ein guter Schuss Sodawasser und fertig ist das Kultgetränk der Alpenrepublik.
Vermutlich wird der G`Spitzte während der EM dem Bier aber nicht den Rang ablaufen, der typische Fußballfan genießt halt eher einen kühlen Gerstensaft.