Zinfandel an der Bergstraße
Die rote Rebsorte Zinfandel ist vor allem aus Kalifornien bekannt, in Italien wird sie unter dem Namen Primitivo kultiviert, aber mit dem Weinbau in Deutschland hat sie eher nichts zu tun, so mag man zumindest denken.
Doch bei genauerer Betrachtung der Dinge wird klar, dass Zinfandel in Deutschland nicht fremd ist. Die ursprünglich vermutlich aus Kroatien oder Ungarn stammende Rebsorte wurde schon über den Zeitraum von mehreren hundert Jahren an der Bergstraße in Hessen angebaut, erst später eroberte sie den Weinbau in Italien, dann auch in den USA.
Wegen der veränderten klimatischen Bedingungen, eignet sich die Bergstraße inzwischen ebenfalls wieder als Anbauregion für Zinfandel. Derartige Experimente laufen bereits.
Der arme Bruder des Rieslings wie der Silvaner (in Österreich und der Schweiz auch Sylvaner) auch genannt wird, erlebt seit einiger Zeit einen Aufwärtstrend.
Gängige Vorurteile, die dieser weißen Rebsorte anhaften, lauten zum Beispiel: absolut geschmacksarm, kein Reifepotential, zu herb. Doch mit diesen Vorurteilen räumen die neuen Silvaner-Varianten auf. Nicht nur deutscher Wein, sondern auch Weißweine aus der Silvanerrebe, die in Frankreich oder Italien gekeltert wurden, verleihen dieser Rebsorte ein neues Image, das den Silvaner wieder salonfähig macht. Seine Stärke liegt vor allem in der großen Kombinationsmöglichkeit mit den unterschiedlichsten Speisen – der ideale Begleiter zum Essen.
Die EU-Kommission in Brüssel sorgt mal wieder für Verdruss bei den Winzern, dieses Mal besonders bei den französischen Weinbauern.
Die Politiker in Brüssel wollen zum 1. August 2009 eine neue Regelung in Kraft treten lassen, die besagt, dass Rosé-Wein zukünftig sowohl aus roten als auch aus weißen Rebsorten erzeugt werden darf. Bisher gilt, dass für die Produktion eines Rosés ausschließlich rote Trauben verwendet werden dürfen. Außerhalb der EU gibt es keine derartige Regelung, sodass Rosé-Weine aus Übersee etc. schon längst aus beiden Sorten erzeugt werden. Die EU will durch die Neuregelung eine angebliche Benachteiligung der europäischen Winzer gegenüber den internationalen Konkurrenten aus dem Weg schaffen.
Nur dumm, wenn sich die europäischen Winzer gar nicht benachteiligt fühlen… Eine endgültige Entscheidung soll innerhalb der nächsten zwei Monate in Brüssel fallen.
Die rote Rebsorte Blauer Portugieser wird vor allem in den beiden deutschen Weinbaugebieten Rheinhessen und Pfalz kultiviert, lässt aber unerfahrene Weintrinker an Portugal denken. Also, Namensschwindel oder was? – Keinesfalls!
Die Herkunft dieser roten Rebsorte ist umstritten. Für die einen ist klar, dass diese Rebsorte aus Portugal stammt, für die anderen ist dies eine Legende. Allerdings gibt es in der österreichischen Gemeinde Gumpoldskirchen, unweit von Wien, einen beurkundeten Hinweis, dass ein Freiherr von Fries die Rebsorte Blauer Portugieser im Jahr 1772 aus Porto nach Bad Vöslau in Österreich gebracht habe.
Die Rebsorte, die nach Spätburgunder und Dornfelder die dritt häufigste rote Rebsorte in Deutschland ist, stammt also mit einiger Sicherheit wirklich aus Portugal und trägt ihren Namen daher zu recht.