Es ist wirklich zu kalt für Wein, zumindest für die typischen Sommerweine. All die leichten Weißweine und Roséweine, die ich endlich probieren wollte, liegen unberührt da. In den letzten Tagen war es mir einfach zu kühl für diese frischen Tropfen. Habe gerade Platz im Kühlschrank geschaffen und statt Wein O-Saft eingelagert ![]()
Gleich gehe ich in den Keller und hole einen Rotwein rauf. Der scheint mir heute passender zu sein. Muss nur mal schauen, dass er nicht zu schwer ist, Kaminwetter ist ja dann doch noch nicht. Mal schauen was sich finden lässt. Vielelicht was aus der Pfalz oder aus Österreich?
Hmm, ich werde einfach schauen was das Regal hergibt. Prost!
Vor einigen Tagen erschien mir die Vorstellung, ein Glas Wein zu trinken, vollkommen absurd. Schon sehr komisch, sage ich doch zu einem Gläschen in Ehren nur selten nein. Aber die letzten Tage, ja Wochen, waren geprägt durch die intensive Arbeit am neuen Shop, verbunden mit der Bearbeitung zahlreicher neuer Produkte. Da kann einem wirlich die Lust vergehen.
Doch gestern Abend war es mal wieder so, dass wir uns ein Weilchen auf die Terrasse setzen konnten und da hat dann auch ein Schluck Prosecco von Villa Sandi sehr gut geschmeckt. Dazu gab es übrigens Salat mit geräucherter Forelle – eine gelungene Kombination.
Die Lust am Wein ist mir also nicht vollkommen vergangen!
Heute mal ein Beitrag aus der Kategoerie “Weinwissen“. Das Thema: Jungfernwein.
Ein Jungfernwein ist der erste Wein, den ein Weinberg hervorbringt. Da dies nur ein einziges Mal geschehen kann, handelt es sich um einen ganz besonderen Tropfen, der häufig speziell vermarktet wird.
Bei einer normalen Entwicklung der Rebstöcke kann der Jungfernwein nach drei bis fünf Jahren gekeltert werden. In den Jahren davor werden die Pflanzen rigoros zurückgeschnitten, um sie nicht mit zu hohen Erträgen zu belasten.
Die Lese, aus der der erste Wein eines Weingarten gewonnen wird, heißt übrigens Jungfernlese.
Ausschlaggebende Gründe für den Kauf von Bioweinen sind die eigene Gesundheit sowie das Umweltbewusstsein – dies hat eine Umfrage im Auftrag der ProWein ergeben. Demnach sind den Konsumenten diese beiden Gründe etwa gleich wichtig (Gesundheit 75%, Umwelt 74%).
Der Geschmack scheint Nebensache zu sein, denn nur 40% der Befragten gaben an, ökologisch erzeugte Weine aus Gründen des Geschmacks zu kaufen.
Die rote Rebsorte Blauer Portugieser wird vor allem in den beiden deutschen Weinbaugebieten Rheinhessen und Pfalz kultiviert, lässt aber unerfahrene Weintrinker an Portugal denken. Also, Namensschwindel oder was? – Keinesfalls!
Die Herkunft dieser roten Rebsorte ist umstritten. Für die einen ist klar, dass diese Rebsorte aus Portugal stammt, für die anderen ist dies eine Legende. Allerdings gibt es in der österreichischen Gemeinde Gumpoldskirchen, unweit von Wien, einen beurkundeten Hinweis, dass ein Freiherr von Fries die Rebsorte Blauer Portugieser im Jahr 1772 aus Porto nach Bad Vöslau in Österreich gebracht habe.
Die Rebsorte, die nach Spätburgunder und Dornfelder die dritt häufigste rote Rebsorte in Deutschland ist, stammt also mit einiger Sicherheit wirklich aus Portugal und trägt ihren Namen daher zu recht.
Ein Dokument aus dem 16. Jahrhundert belegt, dass die Benediktiner-Mönche der Abtei St. Hilaire im Südwesten Frankreichs Schaumwein erzeugt haben. Es handelt sich um die heutige Appellation Blanquette de Limoux im Languedoc, wo auch heute noch Schaumwein erzeugt wird.
Für den Schaumwein aus der Appellation Blanquette de Limoux werden die drei Rebsorten Blanquette (Mauzac), Chenin Blanc und Chardonnay verwendet, wobei auf Blanquette 90% entfallen und die beiden anderen Rebsorten zur Abrundung des Verschnitts verwendet werden. Der Schaumwein in dieser Region im Languedoc wird nach der Champagner-Methode erzeugt und kommt in drei Versionen auf den Markt: brut, demi-brut und doux.
Das kleine Örtchen Barolo in Norditalien ist weltberühmt. Grund für diese Bekanntheit ist der gleichnamige Rotwein, der in Barolo und der näheren Umgebung erzeugt wird.
Auf rund 1200 Hektar gedeihen die Nebbiolo-Trauben unter nahezu idealen Bedingungen. Der nahe gelegene Fluss Tanaro sorgt für die notwendige Luftfeuchtigkeit und die Böden bieten alles, was die Rebstöcke benötigen, um hervorragende Trauben hervorzubringen.
Eine Besonderheit des Barolo ist sein mächtiger Körper, der ihn in jungen Jahren oft unnahbar erscheint. Da der Barolo sehr langsam reift, sind junge Weine kein Genuss. Um seine volle Klasse zu entfalten, sollte dem Wein Zeit gegeben werden, knapp 10 Jahre dürfen es ruhig sein. Erstklassige Tropfen aus besonders guten Jahrgängen dürfen gut und gerne ein Jahrzehnt lagern, ehe sie ins Glas kommen.
Die bedeutendste rote Rebsorte in Spanien ist Tempranillo, die in den verschiedenen Landesteilen auch unter den Bezeichnungen Tinta del Pais, Tinto Fino, Cencibel, Tinto del Toro und Ull de Llebre bekannt ist.
Reinsortig wird Tempranillo in Spanien eher selten ausgebaut, eher wird diese Rebsorte mit Cabernet Sauvignon, Garnacha oder Merlot verschnitten, wodurch tiefdunkle und fruchtige Rotweine entstehen. Typische Aromen sind Erdbeere, Blaubeere und Brombeere. Wird der Wein im Barrique ausgebaut, kommen Noten von Karamell, Vanille, Kaffe und verschiedenen Gewürzen hinzu.
Vor allem in der spanischen Weinregion La Rioja kommt der Tempranillo-Rebe große Bedeutung zu. Der rote Rioja wird zu gut 80% aus Tempranillo gekeltert.
Bei den spanischen Winzer ist diese Rebsorte nicht zuletzt so beliebt, weil sie als äußerst widerstandsfähig gilt und sehr ertragreich ist.
Bonarda ist Geschmackssache, soviel ist klar, doch wie sieht es sonst aus. Was ist über diesen italienischen Wein sonst bekannt?
Um eventuelle Wissenslücken aufzufüllen bzw. das Gedächtnis aufzufrischen, hier einige Infos zum Bonarda:
Die wichtigste Rebsorte ist Croatina (85-100%), es folgen Barbera, Uva rara, Pinot Nero und Ughetta (insgesamt max. 15%).
Erzeugt wird dieser Wein in der Lombardei und der Emilia-Romagna.
Der typische Bonarda ist leicht perlend und wird in der Regel mit etwas Restsüße abgerundet, da die Bonardatrauben ein recht herbes Aroma haben.
Bonarda ist übrigens ein idealer Begleiter zu vielen Gerichten, zum Beispiel zu Gegrilltem, Salami und Hartkäse, passt aber auch sehr gut zu Gebäck.
Der Vernaccia di Oristano, eine Spezialität aus Sardinien und zugleich einer der ältesten Weine Europas, scheint dem Untergang nahe zu sein. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Mengen gering und die Preise niedrig sind und es durchaus Spitzenerzeugnisse gibt, erscheint die Absatzschwäche des Vernaccia di Oristano als unerklärlich, dennoch ist sie vorhanden.
Die einzige Erklärung, die für den Niedergang dieses sherryähnlichen Weines herangezogen werden kann, ist der Wandel im Geschmack der Weintrinker nicht nur in Sardinien, sondern überall. War der Vernaccia zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Sardinien noch allgegenwärtig, hat seine Präsenz seit den 60er Jahren deutlich abgenommen und heute einen bisher nicht gekannten Tiefstand erreicht. Heute wird in den Bars und Cafés eher ein Glas Rotwein oder leichter Weißwein getrunken, als ein Vernaccia di Oristano mit einem Alkoholgehalt zwischen 15-17%vol.
Es bleibt zu hoffen, dass dieser traditionsreiche Wein, der vermutlich schon von den alten Römern genossen wurde, überlebt, indem sich einige aufopferungsvolle Winzer weiterhin seiner Erzeugung widmen und es schaffen wieder eine breitere Masse an Konsumenten für diesen Wein zu begeistern.