Die Schweiz kann man durchaus als ein verkanntes Weinland bezeichnen, denn bei uns in Deutschland sind unsere südlichen Nachbarn eher für Käse und Schokolade bekannt als für Wein. Diese Tatsache ist eigentlich schade, womit nicht an der Qualität der Schweizer Käse und Schokolade gezweifelt werden soll, sondern vielmehr die schlechte Vermarktung der Schweizer Weine betont werden muss.
Das größte Problem der Winzer aus der Schweiz dürfte darin zu sehen sein, dass sie meist nur geringe Menge erzeugen und diese selbstverständlich auf einheimischen Preisniveau. Für viele Europäer gelten Schweizer Weine daher als überteuert, vor allem wenn vergleichbare Qualität aus einem anderen Weinbauland günstiger zu bekommen ist.
Schade! Aber vielleicht finden auf Dauer Schweizer Winzer und europäische Weintrinker doch noch zueinander.
In Deutschland gelten Schraubverschlüsse meist als Kennzeichen für Billig-Weine. Die Schweizer hingegen haben mit dem Schraubverschluss keinerlei Berührungsängste. Vor allem Weißweine werden in der Schweiz mit Schraubverschlüssen verschlossen.
Der Vorteil dieser Verschlussvariante ist, dass die Flasche leicht geöffnet und jeder Zeit wieder verschlossen werden kann. Die Nachteile liegen vor allem im Bereich der Fülltechnik und im negativen Image beim Konsumenten.
Allmählich stellen aber immer mehr Winzer, vor allem kleinere Betriebe, ihre Produktion um und entscheiden sich für den Schraubverschluss.
In der letzten Nacht hat es vor allem in Österreich und der Schweiz heftige Unwetter gegeben. Betroffen waren in Österreich auch die Weinbaugebiete Waldviertel, Weinviertel und das Mostviertel. Über Schäden an den Weinstöcken ist bisher noch nichts bekannt, es wird aber vermutet, dass die Winzer glimpflich davongekommen sind.
Ganz anders sieht es hingegen in der Schweiz aus. Dort war die Westschweiz besonders stark betroffen. Über diesem Teil der Schweiz ging ein heftiger Hagelsturm nieder, der zahlreiche Schäden hinterließ. So zerstörten Hagelkörner vor allem im Waadtland, in Teilen des Wallis und im Lavaux einen großen Teil der Ernte, sodass die die Weinbauern dort mit massiven Ernteausfällen rechnen müssen.
“Die Schweiz soll im Ausland als eine Weinnation wahrgenommen werden”, sagte Jürg Bussmann, Direktor von Swiss Wine Communication, dem Handelsblatt. Dabei setzen die Schweizer Winzer vermehrt auf die deutschen Discounter. Im letzten Jahr wurde eine Geschäftsbeziehung mit Aldi Süd eingegangen, die 2005 fortgesetzt werden soll. Zudem möchte man von schweizer Seite auch mit Aldi Nord ins Geschäft kommen.
Ein paar Worte will ich doch noch zum Weinbau im Berner Oberland verlieren. Sicher nicht die typische Weinbauregion der Schweiz, aber wenn ich schon einige Tage in der Gegend war, schadet es ja nicht, das kleine Weinbaugebiet etwas näher unter die Lupe zu nehmen und damit dem ein oder anderen Leser noch etwas Neues zu servieren.
Im Kanton Bern wird in erster Linie am Bieler See Wein angebaut, aber auch am Thuner See wird auf einer Fläche von rund 14 Hektar Weinbau betrieben. In den beiden Orten Spiez und Oberhofen, zwischen Thun und Interlaken gelegen, werden auf der sehr kleinen Fläche vor allem Pinot Noir und Müller-Thurgau angebaut.
Über die Qualität der Weine kann ich keine Aussage machen, da ich leider keine Gelegenheit hatte den heimischen Wein zu probieren.