Der Vernaccia di Oristano, eine Spezialität aus Sardinien und zugleich einer der ältesten Weine Europas, scheint dem Untergang nahe zu sein. Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Mengen gering und die Preise niedrig sind und es durchaus Spitzenerzeugnisse gibt, erscheint die Absatzschwäche des Vernaccia di Oristano als unerklärlich, dennoch ist sie vorhanden.
Die einzige Erklärung, die für den Niedergang dieses sherryähnlichen Weines herangezogen werden kann, ist der Wandel im Geschmack der Weintrinker nicht nur in Sardinien, sondern überall. War der Vernaccia zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Sardinien noch allgegenwärtig, hat seine Präsenz seit den 60er Jahren deutlich abgenommen und heute einen bisher nicht gekannten Tiefstand erreicht. Heute wird in den Bars und Cafés eher ein Glas Rotwein oder leichter Weißwein getrunken, als ein Vernaccia di Oristano mit einem Alkoholgehalt zwischen 15-17%vol.
Es bleibt zu hoffen, dass dieser traditionsreiche Wein, der vermutlich schon von den alten Römern genossen wurde, überlebt, indem sich einige aufopferungsvolle Winzer weiterhin seiner Erzeugung widmen und es schaffen wieder eine breitere Masse an Konsumenten für diesen Wein zu begeistern.
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