Mit Terminen ist das so eine Sache, meistens klappt dann doch nicht alles, wie geplant, vor allem dann, wenn es sich um eine “lockere” Runde und nicht um einen verpflichtenden oder regelmäßig wiederkehrenden fixen Termin handelt.
So auch bei uns mit den Verkostungen, die ich im Rahmen meines WSET Kurses machen möchte.
Aber mit der ersten Verkostung hat es dann dennoch geklappt, für die Zweite steht der Termin immer noch nicht – was soll’s, ich wollte mir ja ohnehin Zeit lassen und so bleibt mehr Zeit zum Lesen und zum Vorverkosten – ein paar thematisch passende Weine verkosten meine Frau und ich abendlich im Rahmen der Vorbereitung auf die jeweiligen Verkostungen und Themen ohnehin einzeln.
Aber zumindest die Verkostungen im Rahmen des Level 2 möchte ich aus Unterhaltungsgründen im kleinen Kreis abhalten, weswegen Terminabsprachen notwendig sind.
Zu einer Verkostung hat es jetzt ja auch schon gereicht, eigentlich waren es sogar zwei, weil wir an diesem Abend zunächst Sauvignon Blancs und dann nach einer kurzen Pause noch aromatische Rebsorten (Traminer & Torrontes) verkostet haben – genau hier kam es natürlich schon zum ersten Fehler, aber dazu im zweiten Teil dieses Artikels mehr.
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Lange ist es her, seit ich hier eine Weinstraße vorgestellt habe. Das ursprünglich so ambitionierte Vorhaben ist leider mangels Zeit eingeschlafen, doch heute hat es endlich wieder geklappt und ich begebe mich nach Frankreich, genauer gesagt auf die Elsässische Weinstraße – Route de Vins d’Alsace.
Weinstraßen in aller Welt, Teil 6
Elsässische Weinstraße
Die Route de Vins d’Alsace zieht sich auf einer Länge von rund 170 Kilometern durch die gesamte französische Weinbauregion Elsass. Auf ihrem Weg von Marlenheim im Norden bis nach Thann, ganz im Süden, durchquert die Route 49 der 51 Grand Cru Lagen der Region.
Entlang des Weges durch die beiden Departements Haut-Rhin und Bas-Rhin reihen sich idyllische Winzerdörfer aneinander, in denen sich ein Zwischenstopp anbietet, um vom elsässer Wein oder dem leckeren Zwiebelkuchen zu kosten. Zwischendurch bieten sich immer wieder malerische Ausblicke auf Weinberge, den Rhein und die Vogesen.
Einziger Nachteil: Während der Sommer- und Herbstmonate ist besonders der südliche Teil der Elssäsischen Weinstraße sehr von Touristen überlaufen.
Die Orientierung auf dieser Weinstraße fällt leicht, ist sie doch von Schildern mit einer goldenen Traube im Glas gekennzeichnet.
Gérard Depardieu, der bekannte französische Schauspieler ist seit einigen Jahren als Winzer tätig und reiht sich damit in eine illustre Gesellschaft ein, denn immer mehr Promis aus aller Welt entdecken ihre Liebe zum Wein und steigen in das Winzerdasein ein.
Nicht alle Prominente haben als Winzer so großen Erfolg, wie zum Beispiel Francis Ford Coppola, der berühmte Regisseur aus Hollywood.
Aber Depardieu muss sich mit seinen Weinen wahrlich nicht verstecken. Der Franzose interessiert sich seit nunmehr 30 Jahren für den Weinbau und hat sich in dieser Zeit diverse Weingüter angeeignet. Gelegen sind die Betriebe hauptsächlich in Frankreich, an der Loire, im Languedoc und auch im Burgund. Depardieu hat aber an der Staatsgrenze nicht Halt gemacht, sondern verfügt inzwischen auch über Besitzungen in Italien.
Nach eigenen Angaben ist das Weingeschäft für Gérard Depardieu inzwischen wichtiger als die Schauspielerei. Letztere wollte er schon ganz und gar an den Nagel hängen, um sich nur noch seinen Weinen zu widmen.
Wie es scheint hat die Wirtschaftskrise auch Auswirkungen auf die Welt der Weine, was zur Zeit an den Preisen für den neuen Jahrgang aus dem Bordeaux deutlich wird. Waren die Preise in den letzten Jahren in unendliche Höhen geschnellt, ist dieser Trend nun wohl vorerst gestoppt. Bleibt noch abzuwarten wie die Winzer nun reagieren und welche Preise sie letztendlich verlangen, doch extreme Preise wie in den vergangenen Jahren sind nicht zu erwarten.
Ein Dokument aus dem 16. Jahrhundert belegt, dass die Benediktiner-Mönche der Abtei St. Hilaire im Südwesten Frankreichs Schaumwein erzeugt haben. Es handelt sich um die heutige Appellation Blanquette de Limoux im Languedoc, wo auch heute noch Schaumwein erzeugt wird.
Für den Schaumwein aus der Appellation Blanquette de Limoux werden die drei Rebsorten Blanquette (Mauzac), Chenin Blanc und Chardonnay verwendet, wobei auf Blanquette 90% entfallen und die beiden anderen Rebsorten zur Abrundung des Verschnitts verwendet werden. Der Schaumwein in dieser Region im Languedoc wird nach der Champagner-Methode erzeugt und kommt in drei Versionen auf den Markt: brut, demi-brut und doux.
Nach einer neuen Studie befindet sich der französische Wein im Abwind. Das Forschungsstudio Crédoc fand heraus, dass der französische Wein sowohl in Frankreich selbst als auch im Ausland in den nächsten Jahren einen deutlichen Absatzrückgang erleben wird.
Zurückzuführen ist diese Flaute auf veränderte Lebensgewohnheiten der Franzosen selbst, die wie es scheint, seltener zum Wein greifen als noch vor einigen Jahren. Ein weiterer wichtiger Grund ist die Konkurrenz aus dem Ausland, denn immer mehr Weintrinker auf der ganzen Welt entdecken, dass es auch aus anderen Ländern hervorragende Tropfen gibt. Vor allem Weine aus Spanien, Australien und Amerika erfreuen sich auf dem internationalen Markt zunehmender Beliebtheit – auf Kosten der Franzosen.
Jetzt bleibt abzuwarten, wie die französischen Winzer auf diesen Trend reagieren.
Heute möchte ich mal einen Blick auf etwas ungewöhnliche Weinbaugebiete werfen.
Das eine in Paris, das andere am Wörthersee.
Zuerst wende ich den Blick nach Frankreich, der großen Weinbaunation. Im 18.Jahrhundert stellte Paris mit einer Rebfläche von über 40000 Hektar das größte Weinbaugebiet unseres Nachbarlandes dar. Doch nach und nach verschwanden die Reben fast vollständig aus der Hauptstadt. Doch seit einiger Zeit erlebt der Weinbau in Paris eine Art Renaissance. Ein Mini-Weinberg, der zum naturgeschichtlichen Museum gehört existiert ebenso wie ein ausgedehnter Weinberg mit knapp 8000 Chardonnay-Rebstöcken bei Suresnes.
Jetzt soll sogar eine Karte, in der die Pariser Weinberge verzeichnet sind, herausgegeben werden. Mehr zu den Pariser Weinbauambitionen gibt es hier.
Von Frankreich geht es nach Österreich. Dort ist der Weinbau ja ebenfalls sehr verbreitet, allerdings eher auf die östlichen Bundesländer beschränkt. Doch Kärnten möchte jetzt auch mitmischen. Im Jahr 2003 wurden in Klagenfurt am Ufer des Wörthersees gut 2600 Reben gepflanzt. Am 8. Oktober diesen Jahres ist es dann endlich soweit, der große Tag der Junngfernlese ist gekommen. Gerechnet wird mit einem Ertrag von 2500 bis 2800 Flaschen. Na dann Prost!
Wer sich genauer über den Klagenfurter Wein informieren möchte, kann das hier tun.
Im Gegensatz zu den französichen Kollgenen haben Deutschlands Winzer zur Zeit nicht viel Grund zur Klage, da die Exporte stetig ansteigen.
Wo der deutsche Wein besonders beliebt ist und mit welcher Konkurrenz er es zu tun hat, steht hier.
Lust auf Wein? Dann auf nach Südfrankreich! Die Winzer des Departements Aude wollen Ende Juli 400.000 Flaschen Wein an Autofahrer verschenken.
Diese Aktion soll Werbung für den Wein der Region machen, denn die Winzer des südfranzösischen Departements leiden wie viele andere französische Winzer auch, an einer schweren Absatzkrise. Durch das Präsent soll vor allem Urlaubern Lust auf Wein aus der Region gemacht werden.
Damit die Flasche aber nicht gleich während der Fahrt getrunken wird, sollen die Flaschen vor allem abends und an Mautstellen direkt vor Autobahnausfahrten verteilt werden.
Na, dann Prost!
Nun hält auch die Genveränderung Einzug in den Weinbau. Wie hier und hier zu lesen ist, sollen im Elsass genveränderte Weinstöcke angepflanzt werden. Der Protest von Winzern und Umweltschützer ist groß! Die Erlaubnis zum Anbau hat das Forschungsinstitut INRA in Colmar aber bereits aus Paris erhalten.