In vielen Ländern der Welt wird Weinbau betrieben, manchmal in recht kleinem Umfang, sodass die Welt der Weinliebhaber kaum etwas davon erfährt, doch manchmal auch in größerem Umfang. Einige Weinbaunationen vertiefen ihre Bemühungen ganz entscheidend und bringen immer mehr hervorragende Tropfen auf den Markt.
Wir wollen uns hier ein paar noch nicht so bekannten und beachteten Weinbauländern widmen und ein wenig Aufklärungsarbeit leisten.
England – einige Kenner halten England für die neue Champagne und gehen davon aus, dass der Weinbau auf der Insel aufgrund des Klimawandels in Zukunft noch deutlich zulegen wird.
Bulgarien – eine traditionelle Weinbaunation, die nach dem Zusammenbruch des Ostblocks völlig neu aufgestellt wurde.
China – der schlafende Riese im Osten erwacht auch in Sachen Weinbau langsam zum Leben.
Georgien – vermutlich die Wiege des Weinbaus, die in der jüngeren Vergangenheit neue Absatzmärkte in Westeuropa sucht.
In Deutschland ist Wein aus Georgien weitgehend unbekannt. Für Georgien gehört Wein allerdings zu einem der wichtigsten Exportgüter. Daher war die Entscheidung Russlands im März 2006 keinen georgischen Wein mehr zu importieren, ein herber Rückschlag, da das Nachbarland bis dahin der wichtigste Abnehmer war. Ob die von Russland angeführten Qualitätsmängel wirklich vorhanden waren, darf bezweifelt werden, eher wahrscheinlich sind politische Beweggründe, vor allem weil auch andere Agrarerzeugnisse von diesem Einfuhrverbot betroffen sind.
Allmählich rappeln sich die Georgier, die auf eine sehr lange Weinbautradition zurückblicken können, wieder auf. Inzwischen ist Wein aus Georgien in mehr als 40 Ländern erhältlich. Der Verlust des russischen Marktes hat aber auch Vorteile, zumindest was die Qualität der Weine betrifft, denn auf Grund der riesigen russischen Nachfrage wurden früher viele Weine mit Wasser gestreckt. Inzwischen konzentriert man sich in Georgien zunehmend auf die Qualität der Erzeugnisse, um sie auf den westlichen Märkten positionieren zu können.
Lust auf georgischen Wein? Vereinzelt ist er auch in Deutschland zu finden, trotz der Exportoffensive wird sich daran nicht viel ändern, denn Zielgebiet ist vor allem die Türkei, die nun neben Russland als größter ausländischer Absatzmarkt für georgischen Wein erschlossen werden soll.