Beaujolais - Wein und Weinbau in der Region im Burgund

Weinbaugebiet Beaujolais

Karte Weinbaugebiet Beaujolais

Weinbau in der Region Beaujolais im Burgund

Die mit Abstand größte Unterregion im Anbaugebiet Burgund, in der mehr als 20.000 Hektar unter Reben stehen. Dieser Bereich gehört verwaltungstechnisch zur Bourgogne, in Hinsicht auf die Weine gibt es aber große Unterschiede, sodass manche Weinexperten beide Weinbaugebiete getrennt voneinander betrachten.

Klima und Boden

Der Anbaubereich Beaujolais umfasst 72 Weinbaugemeinden, die in zwei Bereiche aufgeteilt werden können, den nördlichen und den südlichen Teil.
Im Süden ist das Gebiet von sanften Hügeln geprägt, die eine Höhe von 650-800 Metern erreichen. Die Weingärten befinden sich auf einem Lehm-Kalk-Gemisch in Höhen zwischen 350-400 Metern.
Im nördlichen Teil der Region stehen die Reben auf einer Sand-Lehmschicht, die auf Granit lagert. Durch eine Hügelkette werden kühle, feuchte Winde ausgegrenzt, sodass hier für den Weinbau bessere Bedingungen vorherrschen und die Qualität der Weine in der Regel deutlich besser ist.

In dieser Weinregion treffen drei Klimazonen aufeinander. Es gibt kontinentale, mediterrane und ozeanische Einflüsse, die hier aufeinandertreffen, wodurch es häufig zu plötzlichen Wetterumschwüngen kommen kann. Durch die hügelige Prägung der Landschaft kommt es zum Teil zu großen mikroklimatischen Unterschieden.

Wein aus Beaujolais

Die Vielfalt der Weine aus dieser Anbauregion in Frankreich ist nicht sonderlich groß, da sich die gesamte Region auf eine Rebsorte konzentriert. Es wird daraus aber nicht nur ein einziger Weintyp erzeugt, es gibt durchaus eine gewisse Varianz.

Rotwein

Im Beaujolais wird zu 95% Rotwein erzeugt und das zu 99% aus der Rebsorte Gamay. Bis 2015 ist zwar auch ein Anteil von 15% der Sorte Pinot Noir zugelassen, doch da Gamay auf den Lehmböden der Region wesentlich besser zurechtkommt, ist die Pinot Noir kaum in den Weingärten vertreten.
Der typische Wein aus diesem Teil der Bourgogne ist blassrot und wird gerne leicht gekühlt genossen. Ein Beaujolais sollte recht jung getrunken werden, allerdings verträgt er je nach Qualität durchaus zwei bis vier Jahre Lagerung. Vor allem Wein aus der Appellation Beaujolais Villages sollte durchaus ein Jahr oder länger reifen, bevor er getrunken wird.

Beaujolais Primeur / Nouveau

Der wohl bekannteste Wein aus dieser Region ist der Beaujolais Pirmeur oder auch Nouveau. Es handelt sich dabei um den ersten Wein, der bereits im Jahr seiner Herstellung verkauft werden durfte, traditionell erfolgt der Verkauf am dritten Donnerstag im November, dann heißt es allerorts „der Pirmeur ist da“.
Dass dieser Wein so früh auf den Markt kommen kann, liegt an der Art der Erzeugung. Die ganzen Gamay-Trauben werden nach dem Verfahren der Maceration carbonique vergoren, einer Methode, bei der sehr viel Kohlensäure entsteht. Nach ein bis zwei Wochen ist die Gärung abgeschlossen, wodurch sich die Aromen der Trauben sehr gut entfalten können und ein sehr fruchtiger Wein entsteht.
Der Beaujolais Primeur sollte möglichst jung, also innerhalb eines Jahres getrunken werden, da er sonst deutlich an Aroma verliert und nur noch wenig Genuss bietet.

Weißwein und Rosé

Weder Weißwein noch Roséwein haben in dieser Region große Bedeutung, werden aber dennoch erzeugt, machen aber nur knapp 5% der Gesamtproduktion aus.
Weißwein wird aus Chardonnay, Melon de Bourgogne und Pinot Gris gekeltert, für Rosé wird üblicherweise Gamay verwendet.

Appellationen im Beaujolais

Im gesamten Anbaubereich darf die Bezeichnung Beaujolais verwendet werden, wird aber in der Regel nur im Süden der Region verwendet. In diesem Bereich entstehen Weine, die deutlich leichter sind als die Weine aus dem Süden dieses Anbaugebiets.
Zusätzlich gibt es die Appellation Beaujolais Superieur, die für Weine mit einem Alkoholgehalt von mindestens 10,5% aufweist.

Beaujolais-Villages

Rund 6000 Hektar Rebfläche in 38 Weinbaugemeinden umfasst diese Appellation im nördlichen Teil der Weinbauregion Beaujolais.
Die Böden in diesem Bereich bestehen aus Granit und Schiefer mit einer Auflage aus Sand und Lehm. Unter diesen Bedingungen fühlt sich die Gamay-Rebe besonders wohl und erbringt sehr gute Qualität. Die Weine, die in dieser Appellation gekeltert werden, sind in der Regel qualitativ hochwertiger als die edlen Tropfen aus dem südlichen Teil des Anbaugebiets.
10 der insgesamt 38 Gemeinden dieser Appellation besitzen den Cru-Status. Werden für einen Wein auch dieser Gemeinden allerdings Trauben aus zwei oder mehr Weinbauorten verwendet, muss die Bezeichnung „Beaujolais Villages“ auf dem Etikett verwendet werden.

Beaujolais Cru

Zehn Gemeinden im nördlichen Teil der Appellation Beaujolais Villages haben den Cru-Status. Auf rund 6500 Hektar wird hier die rote Gamay-Rebe kultiviert und zu einem vergleichsweise langlebigen Wein gekeltert.
Die Weinbaugemeinden, die dem jeweiligen Wein ihren Namen geben, sind auf den ersten Blick nicht mit der Region in Verbindung zu bringen, daher folgt hier eine Liste der zehn Gemeinden. Die besten Weine entstehen nach allgemeiner Auffassung in Chenas, Morgon und Moulin-à-Vent, daneben zählen Brouilly, Chiroubles, Côte-de-Brouilly, Fleurie. Julienas, Regnie und Saint-Amor zur Liste der Crus.

Coteaux du Lyonnais

In der Nähe der Stadt Lyon befindet sich die recht kleine Appellation Coteaux du Lyonnais, zu der lediglich 350 Hektar Rebland gehören. In sehr geringem Umfang gibt es hier auch Weißwein.

Einige Beaujolais und Burgunder aus unserem Sortiment

 
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