Rotwein-Rebe Ciliegiolo im Rebsortenlexikon von ps-wein.de

Ciliegiolo - rote Rebsorte

Ciliegiolo in Kürze

Nach ihrem Kirscharoma benannt

Synonyme für Ciliegiolo Albana Nera, Brunellone, Canaiolo Romano, Criminese, Mazzese, Riminese, Sangiovese Polveroso Berühmte Weine aus Ciliegiolo

Ursprünglich stammt die rote Rebsorte Ciliegiolo aus der Toskana. Dort liegt auch heute noch der Schwerpunkt des Anbaus. Im Laufe der Jahre hat sich die Ciliegiolo von der Toskana aus in ganz Mittelitalien ausgebreitet. Gegenwärtig ist sie in den italienischen Weinregionen Abruzzen, Basilikata, Emilia-Romagna, Latium, Ligurien, Marken, Umbrien und natürlich in der Toskana zu finden.
Sie belegt nach aktuellen Angaben zwischen 3.000 und 5.000 Hektar. Sie ist in Italien in zahlreichen DOC-Rotweinen zugelassen. Zu den bekanntesten gehören Chianti und Chianti Classico, dazu kommen aber rund ein Dutzend weitere DOC-Weine in den verschiedenen Weinregionen Mittelitaliens. Gegenwärtig wird allerdings nur ein kleiner Anteil der mit Ciliegiolo bestockten Fläche für die Erzeugung von DOC-Wein verwendet, der überwiegende Teil liefert Trauben für einfachere Weine oder wird zur Erzeugung von Tafeltrauben verwendet, denn auch für diesen Zweck eignet sich die Ciliegiolo sehr gut.

Der Name der Ciliegiolo-Rebe leitet sich von ihrem deutlichen Kirscharoma und ihrer Farbe ab, denn Ciliegiolo bedeutet „kleine Kirsche“. Aus dieser Sorte können körperreiche, würzige Rotweine mit intensivem Aroma nach Kirschen gekeltert werden, leider fehlt es ihnen häufig an Säure. Daher wird die Ciliegiolo selten sortenrein ausgebaut, sie eignet sich aber sehr gut als Verschnittpartner. Vor allem mit Sangiovese ergibt sie gute Weine.
Es handelt sich um eine starkwüchsige, früh bis mittelreifende Rebe, die anfällig für Mehltau, Botrytis und Traubenfäule ist. Diese Eigenschaften macht die Sorte bei den Winzern Italiens nicht unbedingt beliebter.

Der genaue Ursprung der Ciliegiolo ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird zwar im Allgemeinen angenommen, dass sie aus der Toskana stammt. Doch es gibt auch Hypothesen, dass sie aus anderen Teilen Europas in die bekannte italienische Region gelangt sei. Zum einen könnten Pilger sie auf ihrem Rückweg aus Santiago de Compostela von Spanien nach Italien gebracht haben. Eine andere These besagt, die Sorte währe bereits von den Etruskern aus Wildreben selektioniert worden.
Inzwischen erfolgte DNA-Analysen haben widersprüchliche Ergebnisse geliefert. Eine Untersuchung ergab, die Ciliegiolo sein ein Elternteil der Sangiovese, eine andere Untersuchung kam zu dem Ergebnis, sie sei aus der Kreuzung Sangiovese x Moscato Violetto entstanden. Es bleibt abzuwarten, was weitere DNA-Analysen in dieser Richtung ans Licht bringen. Sicher scheint allerdings zu sein, dass die Rebsorte wohl wirklich in Italien, vielleicht sogar der Toskana heimisch ist.

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