Wissenswertes über die Negramoll-Rebe im Rebsortenlexikon

Negramoll / Tinta Negra Mole - rote Rebsorte

Negramoll in Kürze

Häufig für Madeira und Branntwien verwendet

Synonyme für Negramoll Listan Negro, Mollar, Mulata, Negra Criolla, Negra Mole, Rabo de Ovelha TintoTinta de Madeira, Tinta Negra Mole, Berühmte Weine aus Negramoll

  • Madeira

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Die rote Rebsorte Negramoll stammt aus Spanien und ist in ihrer Heimat und dem benachbarten Portugal unter zahlreichen Namen bekannt: Tinta Negra Mole und Mollar sind wohl die am weitesten verbreiteten Synonyme für diese Rotweinrebe.
Wie so häufig führt die große Anzahl an Synonymen leicht zu Verwechslungen mit anderen Rebsorten. Sicher ist, dass die Negramoll mit den Sorten Listan Negro und Mollard nicht verwandt oder gar identisch ist.

Der Ursprung dieser roten Rebe liegt in Spanien, mit großer Wahrscheinlichkeit in Andalusien, wo sie unter dem Namen Mollar 1787 erstmals erwähnt wurde. Spätere Zeugnisse weisen darauf hin, dass die Negramoll im 19. Jahrhundert vor allem auf den Kanarischen Inseln und Madeira sehr beliebt und entsprechend weit verbreitet war. Es wird vermutet, dass sie im Laufe des 18. Jahrhunderts vom spanischen Festland aus auf die Inseln gelangte.
Die Negramoll könnte allerdings schon deutlich älter sein, denn es gibt Dokumente aus dem Jahr 1614, in dem eine Rebsorte namens Mollar erwähnt wird, die zu dieser Zeit in Übersee, genauer in Argentinien, Bolivien, Chile und Peru, angebaut wurde. Inzwischen haben DNA-Untersuchungen ergeben, dass die südamerikanische Mollar mit der in Spanien und Portugal verbreiteten Negramoll genetisch identisch ist. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass diese rote Rebe in Europa schon deutlich vor dem 18. Jahrhundert bekannt war.

In ihrer Heimat Spanien wird die Negramoll heute vor allem auf den Kanarischen Inseln, insbesondere auf Teneriffa, angebaut, aber auch in der Region Extremadura ist sie zu finden, allerdings unter dem Namen Mollar.
In Portugal wird sie als Tinta Negra Mole für die Herstellung von Madeira verwendet. Hier ist die „Schwarze Sanfte“, wie der Name übersetzt in etwa lautet, die am weitesten verbreitete Sorte. Sie ist zwar nicht ganz so hochwertig wie die edlen Madeirasorten Boal, Malvasia, Sercial und Verdelho, kann aber bis zu einem gewissen Grad Eigenschaften und Geschmack dieser Sorten imitieren. So wird der überwiegende Teil der einfacheren Madeiras aus dieser Rebe erzeugt.
Auch in Übersee ist diese rote Rebsorte bis heute verbreitet, vor allem in Peru ist sie unter dem Namen Mollar bekannt und zählt zu den wichtigsten Sorten des Landes. Sie wird hier in erster Linie für die Erzeugung des Branntweins Pisco verwendet.

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