Korken und andere Weinverschlüsse im Vergleich

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Der Weinverschluss - muss es immer Kork sein?

Muffig, dumpf und irgendwie schimmelig riecht der Wein. So ein Ärger, der Wein hat Kork. Glück hat der Weinfreund, dem dieses Erlebnis im Restaurant widerfährt, denn dann kann der Sommelier schnell für Ersatz sorgen – natürlich ohne Aufpreis. Ärgerlicher ist das Ganze, wenn es zuhause passiert, denn hier steht nicht unbedingt eine Ersatzflasche bereit, und wenn der Wein schon über längere Zeit im Keller lagerte, ist es wohl auch nicht mehr möglich, sie bei einem Winzer oder Weinhändler zu reklamieren.

Leider sind Szenen wie diese gar nicht so selten. Nach Schätzungen sind etwa 8% aller Korken fehlerhaft, wo bei die Tendenz sogar steigend ist. Ob ein Wein einen Korkfehler hat, kann leider immer erst im Nachhinein festgestellt werden, also wenn die Flasche geöffnet ist. Dabei gibt der Zustand des Korkens nicht unbedingt Aufschluss darüber, ob er korkkrank ist oder nicht, denn auch ein schimmeliger oder vollkommen durchnässter Korken kann gesund sein. Zu erkennen ist der Korkton meist schon in der Nase: Der Wein riecht modrig und muffig, irgendwie nach Schimmel. In manchen Fällen lässt sich dieser Fehlton aber auch erst im Geschmack entdecken.

Dennoch schwören viele Winzer, Sommeliers, Restaurantbesitzer und auch Weintrinker nach wie vor auf den Naturkorken als Weinverschluss. Für Viele gehört er einfach dazu und kann durch nichts ersetzt werden. Während in anderen Bereichen der Weinerzeugung durchaus moderne Techniken Einzug gehalten haben, so die Reifung im Edelstahltank, die automatische Abfüllung usw. wird die Weinflasche nach wie vor auf traditionelle Weise verschlossen: mit einem Naturkorken.

Das Problem mit dem Kork

Äußerlich betrachtet kann ein infizierter Korken makellos aussehen, daher ist es nicht verwunderlich, dass so viele Winzer und Weinbaubetriebe nicht bemerken, dass sie ihren Wein mit einem kranken Korken verschließen und damit den Korkton im Wein geradezu provozieren.
Verursacht wird der Korkschmecker durch eine Chlorverbindung, die abgekürzt TCA genannt wird, und den Korken in seinem Erscheinungsbild nicht verändert, aber schon in kleinsten Mengen wahrnehmbar ist, so würde zum Beispiel 1 Gramm TCA ausreichen, um 500 Millionen Litern Wasser einen wahrnehmbaren Korkgeschmack zu verleihen.
Neben TCA gibt es auch die Möglichkeit, das Pilzsporen oder Keime den Korken befallen und sich dort einnisten.
Die Gründe für die schlechter werdende Qualität des Naturkorkens liegen in erster Linie bei der großen Nachfrage nach diesem Naturprodukt. Früher wurden die Korkeichen geschält und hatten dann mindestens 9 Jahre Zeit sich zu erholen, ehe sie erneut geschält wurden. Aufgrund der großen Nachfrage wurde dieser Abstand nicht mehr immer eingehalten, sodass die Qualität gesunken ist. Gleichzeitig wurde in einigen Fällen unsauber gearbeitet und damit der Befall von Korken mit TCA provoziert.

Trotz all dieser Probleme hat der Naturkork einige Vorzüge, die andere Verschlüsse gar nicht oder nur zum Teil erreichen. Vergleichstests haben zum Beispiel ergeben, dass Kunststoffkorken deutlich schlechter abschneiden und Drehverschlüsse nur bei einfachen Weinen ein gleichwertiges Ergebnis erzielen können. Dazu kommt natürlich noch die emotionale Komponente, die beim Thema Kork sehr ausgeprägt ist. Denn bei einem romantischen Essen bei Kerzenschein passt einfach kein Kornkorken oder Drehverschluss, da gehört ein „echter“ Korken auf die Flasche – so jedenfalls die verbreitete Meinung.

Alternativen zum Korken

Angesichts der genannten Problematik stellt sich dem Weinfreund die Frage, warum so unbedingt am Naturkorken als Weinverschluss festgehalten wird, wo es doch seit einigen Jahren vielversprechende Alternativen gibt.

Schraubverschluss
Sehr gute Ergebnisse liefert der Schraubverschluss, der ja ohnehin in weiten Teilen der Getränkeindustrie zu finden ist. Inzwischen setzt sich der Drehverschluss auch beim Wein immer weiter durch.
Der Vorteil liegt darin, dass er die Flasche nahezu luftdicht abschließt und keinerlei Geschmacksspuren im Wein zurücklässt. Dazu kommt, dass der Drehverschluss eine recht kostengünstige Alternative zum Korken ist und auch von den Verbrauchern in zunehmendem Maße akzeptiert wird.
Vor allem jung zu trinkende Weißweine und viele einfache Rotweine werden inzwischen mit einem Schraubverschluss verschlossen.

Glaskorken
Sehr edel aber auch recht kostenintensiv ist der Glaskorken oder Glasstopfen. Dieser geschmacksneutrale, praktische und gleichzeitig stilvolle Flaschenverschluss ist die edelste Alternative zum Naturkorken. In Tests konnte bisher auch kein Nachteil gegenüber dem Vorbild erkannt werden, auch wenn es immer noch einige Kritiker gibt, die behaupten dieser Verschluss sei zu dicht und würde damit dem Wein schaden. Dabei haben Untersuchungen längst ergeben, dass die Sauerstoffmenge, die im Rotwein gebunden ist, völlig für die Reifung ausreicht und kein Luftaustausch mit der Umgebung notwendig ist.

Kronkorken
Die Erfahrungen mit Edelstahlkronkorken sind durchweg gut. Sie schließen die Flasche so gut wie luftdicht ab und scheinen auch trotz der Kunststoffeinlage keine Auswirkungen auf die Weinqualität zu haben. Zudem handelt es sich beim Kronkorken um eine sehr günstige Lösung zum Verschließen der Flasche. Aber auch wenn Champagner während seiner Lagerung im Keller der Champagnerhäuser auf diese Weise verschlossen wird, konnte sich der Kronkorken bisher auf dem Weinmarkt nicht durchsetzen können.

Kunststoffkorken, Presskorken, Scheibenkorken & Co
Vor einigen Jahren standen diese Alternativen zum Naturkorken hoch im Kurs. In erster Linie lag dies daran, dass Winzer ihre Abfüllanlagen nicht umrüsten mussten und so gerne auf die recht günstige und vermeintlich gleichwertige Alternative zurückgriffen.
Doch inzwischen haben Tests ergeben, dass diese alternativen Korken weniger dicht sind als ihr Vorbild, der enthaltene Leim kann Spuren im Wein hinterlassen und auch die Weichmacher aus den Kunststoffkorken können in den Wein übergehen.
Daher werden diese Verschlussmethoden in der Regel nur noch für kurzlebige Weine verwendet, die jung getrunken werden.

 
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