Wenn sich der ganze Tag nur um das Thema Wein dreht – welcher Wein welche Aromen hat und welches Potential er hat, dann reicht es irgendwann, auch der größte Weinliebhaber hat irgendwann die Nase voll (im wahrsten Sinne des Wortes) und kann einfach keinen Wein mehr sehen, zumindest für einen Abend.
Ist es tatsächlich soweit gekommen, dann kann das hier Abhilfe schaffen. So ein kühles, frisch gezapftes Bier ist nach solch einem Tag die willkommene Ablenkung.
Also, Prost!
Der Grüne Veltliner einst ein einfacher Heurigenwein hat sich inzwischen zu einem international beachteten Wein gemausert. Doch wer hätte vor wenigen Jahren an diese Erfolgsstory geglaubt?
Die Grüne Veltliner-Rebe war einst bei vielen Winzern Österreichs so beliebt, da sie viele Trauben trug und so wahre Massenernten zuließ. Das Ergebnis war ein Anteil von rund 35% an der Gesamtrebfläche und zumeist sehr einfache Weine, aber kein Hochgenuss. In dieser Zeit war der Grüne Veltliner der typische Heurigenwein in Österreich – schlicht, frisch und jung zu trinken.
Einige Winzer schwammen nicht mit dem Strom und glaubten, aus Grünem Veltliner auch anderes keltern zu können als einfache Heurigenweine. Sie selektierten Rebstöcke, senkten den Ertrag und widmeten auch dem Ausbau ihre ganze Aufmerksamkeit. Ergebnis waren Veltliner von beachtlicher Qualität. Je nach Jahrgang und den damit verbundenen witterungsbedingten Besonderheiten kamen sehr leichte Weine mit einem sehr niedrigen Alkoholgehalt von unter 10% heraus oder wahre „Bomben“ mit einem Alkoholgehalt jenseits der 15%. Die Folge war internationale Anerkennung!
Etwa Ende der 1980er Jahre gewann der Grüne Veltliner immer mehr Freunde unter den österreichischen Winzern, die den Pionieren auf diesem Gebiet nachzueifern begannen. Inzwischen hat sich der Veltliner auch über die Grenzen Österreichs hinaus einen Namen gemacht und darf auch den Weinkarten internationaler, vor allem amerikanischer, Szenebars und Spitzenrestaurants nicht mehr fehlen. Einige österreichische Sommeliers haben den Weg für den Veltliner in New York und andern Orts geebnet – mit Erfolg!
Heute sind sowohl der Wein als auch das Pflanzgut ein wahrer Exportschlager. Neben einigen osteuropäischen Ländern, in denen die Sorte schon seit längerem kultiviert wird, beginnen nun auch Winzer in Deutschland (Rheinhessen und Rheingau) und Winzer in den USA (Long Island) mit dem Anbau des Grünen Veltliner.
Diese Erfolgsstory ist der Anlass für eine Veltlinerprobe (Blindverkostung) am kommenden Samstag. Es treten sechs Österreicher gegeneinander an, jeweils zwei Weine von einem Weingut, jeweils ein Veltliner aus dem gehobenen Preissegment und ein Veltliner aus der unteren Preisklasse. Dabei sind Markus Huber, das Weingut Jurtschitsch und Julius Klein.
Da hier vor Kurzem über Weinfonds berichtet wurde, zumindest in den Kommentaren zum ersten Teil des Beitrags “Der Verlust der Romantik” an dieser Stelle ein Hinweis auf das DrinkTank, wo zur Zeit ausführlichst über Weinfonds berichtet wird.
Gestern hatte ich einen Wein von Markus Huber, einem der aufstrebensden Winzern Österreichs, im Glas. Ich hatte einiges erwartet, aber nicht das, was ich dann zu schmecken bekam. Was in der Nase noch wie ein typischer Muskateller erschien, mit den, der Rebsorten eigenen Nuancen, entpuppte sich im Geschmack als ein ganz ungewöhnlicher Wein. Ausgeprägte Mineralik, ein klarer kühler Wein, mit beeindruckenden Grapefruitnoten und Anklängen an Grapefruitzesten. Tolle, erfrischende Bitterkeit am Gaumen und im langen Nachhall. GRANDIOS!