Weine aus Osteuropa befinden sich definitiv im Aufwind und damit sind nicht die unsäglichen Pappkartons aus den deutschen Discounter gemeint, die Verschnitte von Weinen aus verschiedenen Ländern der EU enthalten, sondern vielmehr die Erzeugnisse von engagierten Winzern aus Ländern wie Rumänien, Serbien, Mazedonien, Slowenien, Ukraine und Bulgarien.
Die Weingesetzgebung in Slowenien, Rumänien und Bulgarien ist bereits dem EU-Recht angeglichen worden und auch die Regelungen in den anderen Ländern werden überarbeitet. Abseits von den gesetzlichen Regelungen erkennen immer mehr Winzer in Osteuropa das Potential, das in ihren Reben steckt. Sie pflegen ihre Weingärten mit größter Sorgfalt und widmen sämtlichen Abläufen im Keller größte Aufmerksamkeit.
Noch sind qualitativ hochwertige Weine aus Osteuropa in den deutschen Weinregalen eher selten zu finden, doch mit Sicherheit wird sich dieser Umstand schon in wenigen Jahren ändern.
In Deutschland ist Wein aus Georgien weitgehend unbekannt. Für Georgien gehört Wein allerdings zu einem der wichtigsten Exportgüter. Daher war die Entscheidung Russlands im März 2006 keinen georgischen Wein mehr zu importieren, ein herber Rückschlag, da das Nachbarland bis dahin der wichtigste Abnehmer war. Ob die von Russland angeführten Qualitätsmängel wirklich vorhanden waren, darf bezweifelt werden, eher wahrscheinlich sind politische Beweggründe, vor allem weil auch andere Agrarerzeugnisse von diesem Einfuhrverbot betroffen sind.
Allmählich rappeln sich die Georgier, die auf eine sehr lange Weinbautradition zurückblicken können, wieder auf. Inzwischen ist Wein aus Georgien in mehr als 40 Ländern erhältlich. Der Verlust des russischen Marktes hat aber auch Vorteile, zumindest was die Qualität der Weine betrifft, denn auf Grund der riesigen russischen Nachfrage wurden früher viele Weine mit Wasser gestreckt. Inzwischen konzentriert man sich in Georgien zunehmend auf die Qualität der Erzeugnisse, um sie auf den westlichen Märkten positionieren zu können.
Lust auf georgischen Wein? Vereinzelt ist er auch in Deutschland zu finden, trotz der Exportoffensive wird sich daran nicht viel ändern, denn Zielgebiet ist vor allem die Türkei, die nun neben Russland als größter ausländischer Absatzmarkt für georgischen Wein erschlossen werden soll.
Bisher haben die Ungarn auf dem alleinigen Recht bestanden, Weine mit dem Namen Tokajer vertreiben zu dürfen.
Dies hat zum erbitterten Streit mit Winzern der Slowakei geführt, da sich ein Teil des Tokaj-Gebiets (ca. 10%) auf slowakischem Gebiet befindet.
Nun kam es im Rahmen des EU-Beitritts der bei Staaten zu einer Einigung, die es auch slowakischen Winzern erlaubt, “Tokajer” zu produzieren.
Infos dazu bei der Prager Zeitung