Die Schweiz kann man durchaus als ein verkanntes Weinland bezeichnen, denn bei uns in Deutschland sind unsere südlichen Nachbarn eher für Käse und Schokolade bekannt als für Wein. Diese Tatsache ist eigentlich schade, womit nicht an der Qualität der Schweizer Käse und Schokolade gezweifelt werden soll, sondern vielmehr die schlechte Vermarktung der Schweizer Weine betont werden muss.
Das größte Problem der Winzer aus der Schweiz dürfte darin zu sehen sein, dass sie meist nur geringe Menge erzeugen und diese selbstverständlich auf einheimischen Preisniveau. Für viele Europäer gelten Schweizer Weine daher als überteuert, vor allem wenn vergleichbare Qualität aus einem anderen Weinbauland günstiger zu bekommen ist.
Schade! Aber vielleicht finden auf Dauer Schweizer Winzer und europäische Weintrinker doch noch zueinander.
Einige Wein Aromen sind typisch für Rotwein oder finden sich zumindest in vielen Rotweinen, die aus einer bestimmten Rebsorte gekeltert wurden. Auch Rotweine, die aus derselben Region stammen, zeigen oft Ähnlichkeiten in der Aromatik. Häufig werden Rotweine auch in Holzfässern ausgebaut und zeigen typische Noten aus dieser Ausbaumethode.
Dunkle Beeren: In reifen, trockenen Rotweinen finden sich häufig Noten von Brombeeren, Blaubeeren, Cassis oder auch Maulbeeren. Sie sorgen für einen saftigen Geschmack und einen intensives Bukett.
Kirsche: Die Aromen von Süßkirschen und Sauerkirschen sind typisch für viele Rotweine. Besonders charakteristisch sind Kirschnoten für Dornfelder und Merlot.
Lakritz: Gerbstoffreiche Rotweine, besonders aus den international vertretenen Rebsorten Cabernet Sauvignon und Merlot weisen süße Noten von Lakritz auf. Aber auch spanische Weine aus der Sorte Tempranillo zeigen häufig Lakritznoten.
Leder: Vor allem kräftige und trockene Rotweine, die im Barrique reiften, zeigen eine ledrige Note im Bukett.
Paprika: Sowohl grüne als auch rote Paprika sind in Rotweinen zu finden. Vor allem Weine aus der Rebsorte Cabernet Sauvignon weisen häufig ein intensives Aroma von grüner Paprika auf.
Pfeffer: Viele trockene Rotweine weisen eine raffinierte Pfeffernote auf, die in einem interessanten Gegensatz zu fruchtigen Noten bildet.
Rote Früchte: Vor allem junge und halbtrockene Weine weisen Noten von süßen roten Früchten, wie zum Beispiel Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren auf. In älteren Rotweinen findet sich oft eine marmeladige Note.
Schokolade: In reifen Rotweinen finden sich häufig Aromen von Schokolade oder Kakao. Diese Aromen entstehen in der Regel durch den Ausbau im Barrique.
Tabak: Vor allem reife Rotweine, die im Holzfass ausgebaut wurden weisen eine Tabaknote auf.
Ursprünglich wurde die rote Rebsorte Syrah im französischen Rhonetal kultiviert, ehe sie aufbrach, um die Neue Welt zu erobern. Inzwischen wird Syrah oder auch Shiraz in Kalifornien, Australien, Neuseeland oder auch Südafrika kultiviert. Sie wird sowohl sortenrein ausgebaut, als auch in Cuvees verwendet.
Unverkennbar ist das Cassisaroma, das Shiraz im Bukett als auch im Geschmack verströmt. Hinzu kommt vor allem bei Syrah aus Übersee eine nicht zu verkennende Schokonote.
Die Rebsorte Malvasier findet sich in einigen großen Weinen der Welt wieder, ist aber dennoch nur begrenzt bekannt. Aus diesem Grund kann man durchaus davon sprechen, dass Malvasier eine unterschätzte Rebsorte ist.
Vor allem in Cuvees aus Spanien, Frankreich und Portugal findet sich häufig ein Anteil Malvasier, die in Spanien Malvasia, in Frankreich Malvoisie und in Portugal Malvasia Preta genannt wird.
In Deutschland gelten Schraubverschlüsse meist als Kennzeichen für Billig-Weine. Die Schweizer hingegen haben mit dem Schraubverschluss keinerlei Berührungsängste. Vor allem Weißweine werden in der Schweiz mit Schraubverschlüssen verschlossen.
Der Vorteil dieser Verschlussvariante ist, dass die Flasche leicht geöffnet und jeder Zeit wieder verschlossen werden kann. Die Nachteile liegen vor allem im Bereich der Fülltechnik und im negativen Image beim Konsumenten.
Allmählich stellen aber immer mehr Winzer, vor allem kleinere Betriebe, ihre Produktion um und entscheiden sich für den Schraubverschluss.
Immer mehr Prominente aus aller Welt entdecken ihre Leidenschaft für Wein. Im wahren Leben sind sie Schauspieler, Sänger oder Modeschöpfer, um nur einige Beispiele zu nennen. In ihrer Freizeit widmen sie sich dann den Reben.
Mich Hucknell, Frontman der Popgruppe „Simply Red“ baut in Sizilien, am Fuße des Ätnas Wein an, Schauspieler Tobias Moretti hat sich die Toskana ausgesucht und Victori Beckham ist seit kurzem stolze Besitzerin eines kalifornischen Weinguts im Napa Valley. Nicht zu vergessen ist der legendäre Regisseur Francis Ford-Coppola, der in Kalifornien mit den Gütern Rosso & Bianco und Rubicon Estate inzwischen hervorragende Weine erzeugt. Auch Patrizia Lamborghini, die Tochter des bekannten Autoherstellers, versucht sich im italienischen Piemont als Winzerin.
Sissi Kroneder aus Gnas, einem Ort in der Südost-Steiermark, ist eine passionierte Weinfreundin, die gerne experimentiert und sich so vor einigen Jahren entschloss, ihren eigenen Wein zu keltern. Herausgekommen ist die Mini-Winzerei!
Die Flaschen sind liebevoll und gelungen gestaltet, so finden sich auf dem Etikett deutlich sichtbar die Hauptaromen des Weines. Eine clevere Idee, die es dem Weinfreund leichter macht, bei einer Verkostung an der Diskussion um die Aromen des Weines teilzunehmen – ein Blick auf die Flasche genügt und schon findet der eine nicht mehr jenes Aroma und der andere nicht mehr dies und das. Dabei sind die auf der Flasche angegebenen Aromen nicht einfach wild gewählt, sondern treffen die Charakteristik der Weine hervorragend.
Der Sauvignon Blanc und der Pinot Noir kommen mit einem praktischen Schraubverschluss daher, was dem guten Gesamteindruck keinen Abbruch tut und der Qualität ohnehin nicht. Natürlich hängt dies auch mit der Kostenkalkulation zusammen, schließlich erzeugt Sissi Kroneder in ihrer Mini-Winzerei, wie auch der Name bereits suggeriert, nur wenige Flaschen.
Im Programm sind bisher Grauburgunder (Reserve-Qualität), Pinot Noir und Sauvignon Blanc, alles drei Weine mit erfreulicher Sorten- und Regionstypizität ausgebaut, ohne den Moden der modernen, internationalen Weinwelt nachzuhecheln, dafür aber, wie man auch im Gespräch mit Sissi Kroneder feststellt mit Herzblut. Die Weine sind eine wahre Rarität, da sie nur in geringen Mengen erzeugt und gerne von der Familie, Freunden und Bekannten konsumiert werden.
In loser Folge werden wir hier die drei Weine der sympathischen Mini-Winzerin vorstellen.
Das österreichische Bundesland Kärnten ist eigentlich nicht für seinen Wein bekannt, sondern eher für seine Bergwelt und seine zahlreichen Badeseen. Doch dies wird sich in Zukunft ändern, zumindest wenn es nach den Kärntner Winzern geht, denn diese lassen die Jahrhunderte alte Tradition des Weinbaus in diesem Bundesland wieder aufleben.
Von der Lage her ist Kärnten für den Weinbau eigentlich prädestiniert – zahlreiche Sonnenstunden und mildes Klima verwöhnen die Trauben. Die Rebfläche in Kärnten umfasst 20 Hektar in den Regionen Lavanttal, Feldkirchen-Ossiachersee, Klagenfurt-Wörthersee, Sittersdorf und Trixnertal.
Dokumente belegen, dass es in Kärnten die älteste Kellergasse Österreichs gab. Der Fund von autochthonen Rebsorten wie dem weißen und grauen Heumisch ist ein weiterer Beleg für die örtliche Weinbautradition. Inzwischen werden diese beiden Sorten in kleinen Versuchslagen kultiviert, um herauszufinden, ob sie auch heute noch Verwendung finden können und ob Weine aus Kärnten in Zukunft das Portfolio des Weins aus Österreich bereichern könnten.
In Deutschland ist Wein aus Georgien weitgehend unbekannt. Für Georgien gehört Wein allerdings zu einem der wichtigsten Exportgüter. Daher war die Entscheidung Russlands im März 2006 keinen georgischen Wein mehr zu importieren, ein herber Rückschlag, da das Nachbarland bis dahin der wichtigste Abnehmer war. Ob die von Russland angeführten Qualitätsmängel wirklich vorhanden waren, darf bezweifelt werden, eher wahrscheinlich sind politische Beweggründe, vor allem weil auch andere Agrarerzeugnisse von diesem Einfuhrverbot betroffen sind.
Allmählich rappeln sich die Georgier, die auf eine sehr lange Weinbautradition zurückblicken können, wieder auf. Inzwischen ist Wein aus Georgien in mehr als 40 Ländern erhältlich. Der Verlust des russischen Marktes hat aber auch Vorteile, zumindest was die Qualität der Weine betrifft, denn auf Grund der riesigen russischen Nachfrage wurden früher viele Weine mit Wasser gestreckt. Inzwischen konzentriert man sich in Georgien zunehmend auf die Qualität der Erzeugnisse, um sie auf den westlichen Märkten positionieren zu können.