In Zusammenarbeit mit der FAFGA 10 (Messe Innsbruck), dem Tiroler Sommelierverein, der Weinkellerei Meraner und der La Dottoressa Weinhandel- und Genuss GmbH wird der Traminer-Challenge 2010 durchgeführt. Dabei handelt es sich um eine dreiteilige Traminerverkostung in der Steiermark, in Südtirol und in Tirol.
Begonnen hat der Traminer-Challenge am 23. August 2010 auf dem Weingut Winkler-Hermaden in der Steiermark, wo wir mit zwei Vertretern unseres Weinhandels in der Jury saßen.
Heute, am 6. September wird in der Kellerei Tramin in Südtirol die zweite Verkostung vorgenommen, ehe am 13. September 2010 das Finale in Innsbruck steigt.
Die Rebsorte Traminer
In Deutschland und Österreich nimmt der Traminer ebenso wie in Italien nur eine Randstellung unter den Weißweinen ein. Dabei hat die Rebsorte einiges zu bieten. Drei Varianten des Traminers sind bekannt: Gelber Traminer, Roter Traminer und Gewürztraminer. Sie alle haben ein intensives, pikantes Aroma, das sie deutlich von anderen Weißweinen unterscheidet. Die Weine sind durch ein opulentes Bukett, das an exotische Früchte und Rosenduft erinnert geprägt. Traminer sind in der Regel extraktreich und weisen einen recht hohen Alkoholgehalt auf.
Verkostung und Bewertung
Verkostet werden im Rahmen des diesjährigen Traminer-Challenge 29 Traminer aus Italien und Österreich. Die Verkostung wird selbstverständlich „blind“ durchgeführt, die Jury weiß dementsprechend nicht, welchen Wein sie bewertet. Erst nach Ende der Verkostung wird das „Geheimnis“ um die teilnehmenden Weine und ihre Reihenfolge gelüftet. Um vergleichbare Ergebnisse an allen drei Orten zu erzielen, werden die Traminer in der gleichen Reihenfolge verkostet. Außerdem wird zunächst anhand eines Pegelweins gekostet, um die Punktzahl vergleichbar zu machen.
Es wird an jedem der drei Austragungsorte der Traminer-Verkostung ein Tagessieger gekürt und selbstverständlich wird am 13. September in Innsbruck der Gesamtsieger verkündet. Spannend dabei ist zu beobachten, ob es einen Wein gibt, der sich an allen drei Orten durchsetzt, also den Geschmack aller Jurymitglieder trifft oder ob es deutliche Abweichungen zwischen den Ergebnissen in der Steiermark, in Südtirol und in Tirol gibt.
Die Jury setzt sich je nach Ort der Verkostung aus unterschiedlichen Teilnehmern zusammen, die überwiegend in den Bereichen Presse, Sommelier-Ausbildung, Gastronomie und Handel zu Hause sind.
Die Ergebnisse
Bisher ist nur das Ergebnis aus der Verkostung in der Steiermark bekannt. In Kapfenstein konnte sich ein Traminer aus Klöch (Steiermark) vor einem Wein aus Südtirol platzieren, ein Ergbniss, dass auch dem Eindruck und den Bewertungen unserer Verkoster entsprach. Es bleibt abzuwarten, wie die Jurys in Tramin und Innsbruck die Weine bewerten.
Das Endergebnis wird in einigen Tagen hier im Blog zu finden sein.
Zinfandel an der Bergstraße
Die rote Rebsorte Zinfandel ist vor allem aus Kalifornien bekannt, in Italien wird sie unter dem Namen Primitivo kultiviert, aber mit dem Weinbau in Deutschland hat sie eher nichts zu tun, so mag man zumindest denken.
Doch bei genauerer Betrachtung der Dinge wird klar, dass Zinfandel in Deutschland nicht fremd ist. Die ursprünglich vermutlich aus Kroatien oder Ungarn stammende Rebsorte wurde schon über den Zeitraum von mehreren hundert Jahren an der Bergstraße in Hessen angebaut, erst später eroberte sie den Weinbau in Italien, dann auch in den USA.
Wegen der veränderten klimatischen Bedingungen, eignet sich die Bergstraße inzwischen ebenfalls wieder als Anbauregion für Zinfandel. Derartige Experimente laufen bereits.
Der arme Bruder des Rieslings wie der Silvaner (in Österreich und der Schweiz auch Sylvaner) auch genannt wird, erlebt seit einiger Zeit einen Aufwärtstrend.
Gängige Vorurteile, die dieser weißen Rebsorte anhaften, lauten zum Beispiel: absolut geschmacksarm, kein Reifepotential, zu herb. Doch mit diesen Vorurteilen räumen die neuen Silvaner-Varianten auf. Nicht nur deutscher Wein, sondern auch Weißweine aus der Silvanerrebe, die in Frankreich oder Italien gekeltert wurden, verleihen dieser Rebsorte ein neues Image, das den Silvaner wieder salonfähig macht. Seine Stärke liegt vor allem in der großen Kombinationsmöglichkeit mit den unterschiedlichsten Speisen – der ideale Begleiter zum Essen.
In Rheinland-Pfalz stehen derzeit so viele Rieslingreben wie noch nie zuvor, dies geht zumindest aus einer Erhebung des Statistischen Landesamtes in Bad Ems hervor. Demnach sind zur Zeit 16.801 Hektar mit der Weißweinrebe bestockt.
Insgesamt ist in Rheinland-Pfalz ein Trend hin zu weißen Sorten und damit weg von den roten Rebsorten zu erkennen. Allerdings ist dieser Trend bisher nur sehr schwach ausgeprägt.
Sauvignon Blanc könnte auch als der Aufsteiger unter den Rebsorten bezeichnet werden, denn die früher unter dem Namen Muskat-Sylvaner bekannte Sorte, nimmt seit einigen Jahren einen nicht zu unterschätzenden Aufstieg.
Eine Region, in der sich der steile Aufstieg besonders bemerkbar macht ist die Steiermark, hier hat sich die Rebfläche für Sauvignon Blanc seit 1999 fast um 300% ausgedehnt.
Duftigkeit und Eleganz zeichnen diese weiße Rebsorte aus, die erst seit etwa 50 Jahren überhaupt in Flaschen gefüllt wird. Zuvor war sie in der Regel in Tanks oder Fässern als einfacher Schankwein an gastronomische Betriebe geliefert worden. Heute haben die Winzer erkannt, dass sich Sauvignon Blanc ideal dazu eignet, die Charakteristik einzelner Lagen zu transportieren. Dementsprechend sorgfältig wird heute mit dieser Rebsorte umgegangen.
Eine oft verkannte Rebsorte ist der Traminer, egal ob als Gelber Traminer, Roter Traminer oder auch als Gewürztraminer. Egal in welcher Ausprägung, unterliegt der Traminer schon seit langen Jahren besonderen Trends, mal ist er gefragt, dann wieder völlig „out“. Doch von diesen Moden einmal abgesehen, handelt es sich beim Traminer um eine der ältesten bekannten Rebsorten überhaupt.
Traminer ist generell eine Rebsorte, die unheimlich viel Trinkfreude bereiten kann, denn sie bietet ein intensives Geschmackserlebnis mit ausgeprägten Aromen. Gut ausgebaute, kräftige Weine vertragen durchaus einige Jahre der Lagerung, ehe sie getrunken werden.
Inzwischen gibt es immer mehr Weinkenner, die die Vorzüge und Qualitäten dieser Sorte zu schätzen wissen und sich nicht von irgendwelchen Trends beeinflussen lassen. Sie schrecken nicht vor den Vorurteilen zurück, die besonders dem Gewürztraminer oft entgegengebracht werden, denn sie wissen, dass es zwar einige Zeit üblich war, diese Sorte lieblich auszubauen, doch haben sie längst erkannt, dass der trocken oder edelsüß gekelterte Gewürztraminer eine Delikatesse sein kann.
Ursprünglich wurde die rote Rebsorte Syrah im französischen Rhonetal kultiviert, ehe sie aufbrach, um die Neue Welt zu erobern. Inzwischen wird Syrah oder auch Shiraz in Kalifornien, Australien, Neuseeland oder auch Südafrika kultiviert. Sie wird sowohl sortenrein ausgebaut, als auch in Cuvees verwendet.
Unverkennbar ist das Cassisaroma, das Shiraz im Bukett als auch im Geschmack verströmt. Hinzu kommt vor allem bei Syrah aus Übersee eine nicht zu verkennende Schokonote.
Die Rebsorte Malvasier findet sich in einigen großen Weinen der Welt wieder, ist aber dennoch nur begrenzt bekannt. Aus diesem Grund kann man durchaus davon sprechen, dass Malvasier eine unterschätzte Rebsorte ist.
Vor allem in Cuvees aus Spanien, Frankreich und Portugal findet sich häufig ein Anteil Malvasier, die in Spanien Malvasia, in Frankreich Malvoisie und in Portugal Malvasia Preta genannt wird.
Die weiße Rebsorte Gelber Muskateller gehört zu den häufig unterschätzten Sorten. Lange Jahre wurde diese Rebsorte nicht so recht wahrgenommen, da die ihr eigenen Aromatik als zu aufdringlich empfunden wurde. Daher wurde der Muskateller meist jung getrunken.
Dabei kann ein gut gekelterter Gelber Muskateller durchaus elegant, feingliedrig und mineralisch sein, also einige Eigenschaften mitbringen, die einen wirklich guten Weißwein auszeichnen. Inzwischen haben einige Winzer die Vorzüge dieser Rebsorte wiederentdeckt und damit begonnen, wirklich hervorragende und langlebige Weißweine daraus zu erzeugen.