Internationale Osterbräuche | Themenmonat Ostern

Osterhase und Nest - ein typischer Osterbrauch
Ostereier färben und suchen, Schokohasen verputzen, Osterfeuer, Ostermesse und Beisammensein mit der Familie – so wird in Deutschland Ostern gefeiert. Doch wie sieht es in anderen Ländern aus? Welche internationalen Osterbräuche gibt es?

Osterbräuche in Europa

Zunächst werden wir einen Blick auf die Traditionen und Bräuche, die unsere Nachbarn in Europa zu Ostern begehen. Fangen wir bei unseren direkten Nachbarländern an, um dann weitere Kreise durch ganz Europa zu ziehen.

Die Artikel im Themenmonat „Ostern“

  1. Essen & Trinken in der Fastenzeit
  2. Internationale Osterbräuche
  3. Osteressen international
  4. Klassisches Osteressen (erscheint am 27.3.)

Polen

Vorsicht vor kalten Duschen! Denn der Ostermontag ist auch als „Tag des Wassergießens“ bekannt, bei dem Vorbeikommende mit einem Schwall kalten Wassers bedacht werden. Dieser Brauch wird in vielen Teilen des Landes und auch von Nonnen und Priestern gepflegt.
Kleinkinder und ältere Menschen werden in der Regel verschont, Fremde etwas zurückhaltender mit Wasser bespritzt, während Bekannte und Verwandte regelrecht geduscht werden. Spritzpistolen, Eimer, Gießkannen oder gar Gartenschläuche – hier ist jedes Mittel recht.

Tschechien

Rund um Weidenbäume ist am Osterwochenende in Tschechien einiges los. Hier versammeln sich die Männer, gleich welchen Alters, und schneiden Weidenruten. Am Ostermontag wird die Tradition des „Peitschen-Montags“ begangen. Die Männer ziehen an diesem Tag von Haus zu Huas uns geben den Frauen einen Klaps mit der Rute. Was sich zunächst brutal anhören mag, hat mit Schlägen oder Gewalt nichts zu tun. Es geht darum, die Lebenskraft und Stärke der jungen Weise an die berührte Person zu übergeben. Während dieser „Verjüngungskur“ sagen die Männer Gedichte oder Reime auf und bitten um Gaben. Als Belohnung erhalten sie je nach Alter, Süßigkeiten oder einen Slivovic.

Italien

Osterprozessinnen finden in vielen Regionen Italiens statt. Sie sollen an den Leidesweg Christi erinnern. In einigen Orten tragen die Teilnehmer dazu historische Kostüme, Holzkreuze, die einen Kreuzweg entlang getragen werden, sind weit verbreitet. Traditionell finden die Osterprozessionen in Italien am Karfreitag statt. In Sizilien ist die gesamte Karwoche von Prozessionen geprägt. An einigen Orten finden in den Kirchen Aufführungen des letzten Abendmales statt.
Der ausgelassene Teil, in dem Ostern gefeiert wird, beginnt in der Osternacht. Zunächst findet ein Gottesdienst statt, dann gibt es am Morgen des Ostersonntags ein reichhaltiges Frühstück. Bei dieser Gelegenheit erhalten Kinder oft kleinere oder auch größere Geschenke.

Spanien

Spanien ist ein durch und durch katholisch geprägtes Land, daher wird Ostern hier auf ganz besondere Weise zelebriert. Von Palmsonntag bis zum Ostersonntag wird die Heilige Woche, die Semana Santa, gefeiert. In vielen Orten finden in der Semana Santa Heiligenprozessionen statt, vor allem Andalusien ist für diesen Brauch bekannt. Die Teilnehmer tragen lange Gewänder und Spitzhauben während sie Jesus auf seinem letzten Leidensweg zur Kreuzigung begleiten.
Nach diesem ernsthaften Teil, kommt aber auch die Freude über die Auferstehung Jesus Christus nicht zu kurz. Je nach Region werden Strohpuppen verbrannt oder große Picknicks veranstaltet. In der Regel wird nicht in kleinem Kreis gefeiert, sondern in großer Runde, dazu gehören am Ostersonntag und am Ostermontag auch reichlich gute Speisen, Wein und viel ausgelassene Stimmung.

E

Griechenland

Wichtig zu wissen ist, dass das Osterfest in Griechenland nicht immer zum selben Datum wie im übrigen Europa gefeiert wird. Das liegt darin begründet, dass in Griechenland das orthodoxe Christentum die vorherrschende Glaubensrichtung ist. Der Kalender der katholischen und orthodoxen Kirche weichen voneinander ab, sodass die Termine zwar identisch, aber auch um bis zu fünf Wochen voneinander abweichen können.
Die Karwoche ist in Griechenland von strengem Fasten geprägt. Am Karfreitag findet an vielen Orten eine Prozession statt und Samstagnacht die Auferstehungsfeiert. Am Ostersonntag darf dann geschlemmt und gefeiert werden. Je nach Region sind die Feierlichkeiten unterschiedlich geprägt. In Arkadien wird zu Ostern ein riesiges Feuerwerk veranstaltet, das an Silvester erinnert. Im Bereich der Peloponnes steigen in der Osternacht zahlreiche Heißluftballons in den Himmel auf.

Schweden

Das Osterfest in Schweden heißt Påsk, was sich vom hebräischen Wort Pessach ableitet. Die Feierlichkeiten beginnen am Gründonnerstag und dauern bis Ostermontag an.
in Schweden treffen zu Ostern christliche und heidnische Bräuche aufeinander. Den Auftakt zum Osterfest bildet der Hexenritt, der in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag stattfindet. Am Karfreitag treffen sich nach altem Glauben die Osterhexen, um diese zu vertreiben wird am Karsamstag richtig Lärm gemacht und ein Osterfeuer, teilweise mit Feuerwerk, entzündet. Kinder verkleiden sich zu diesem Anlass als Hexen, ziehen von Haus zu Haus und bitten um Süßigkeiten.

Irland

Wie viele andere europäische Länder, ist auch Irland katholisch geprägt. Die Fastenzeit wird daher eingehalten, je nach Religiosität unterschiedlich streng. Früher gab es darüber keine Diskussion, es wurde von Aschermittwoch bis Ostern streng gefastet. Aus dieser Tradition ist in der Gegend rund um Cork ein kurioser Brauch entstanden: die Beerdigung des Herings. Der Hering war ein verbreitetes Essen während der Fastenzeit, da er erlaubt und einfach zu haben war. Nach Ende der Fastenzeit freuten sich nicht nur die Fastenden, sondern auch die Metzger auf bessere Zeiten. Daher wurde ein Hering an einer Stange aufgeknüpft, unter wüsten Beschimpfungen durch den Ort getragen und am Ende ins Wasser geworfen. Dieser kuriose Brauch ist bis heute erhalten.

Osterbräuche in der weiten Welt

Lassen wir nun den Blick in Ferne schweifen und schauen uns an, welche Osterbräuche in fernen Ländern gepflegt werden.

Mexiko

In Mexiko ist der katholische Glaube weit verbreitet, dementsprechend ausgiebig wird Ostern gefeiert. Ähnlich wie in Spanien wird auch hier die Semana Santa, also die heilige Woche, begangen. Von Palmsonntag bis Ostersonntag gibt es Prozessionen, Umzüge und Gottesdienste.
Am Gründonnerstag ist es Brauch, in sieben verschiedenen Kirchen zu beten. Am Karfreitag finden in vielen Orten Passionsspiele statt, in denen teilweise ganze Ortschaften wie Bibelszenen gestaltet und geschmückt werden. Am Karsamstag gibt es dann die traditionelle Judasverbrennung und ab Ostersonntag wird dann die Auferstehung Christi gefeiert. Diese Feierlichkeiten dauern mancherorts bis zum folgenden Samstag an.

Australien

Die Osterfeiertage, die in Australien von Karfreitag bis Ostermontag dauern, werden gerne genutzt, um ein langes Wochenende mit Familie und Freunden zu verbringen. Für einige Australien gehören Kirchenbesuche zum sogenannten Four-Day-Weekend. Für viele Australien stehen aber das BBQ oder Besuche von Festivals und Sportveranstaltungen im Vordergrund.
Gläubige Christen begehen den Pancake Day, auch Shrove Tuesday (den Tag vor Aschermittwoch). Da in der Fastenzeit auf Milch und Eier verzichtet werden soll, werden diese Produkte am Pancake Day zu Pfannkuchen verarbeitet. Ordentlich gestärkt, kann dann die Fastenzeit begonnen werden. Die Fastenzeit endet in Australien am Holy Thursday, dem Gründonnerstag. An diesem Tag finden in vielen Kirchen Gottesdienste zum Gedenken an das letzte Abendmahl statt. Der Karfreitag, auch Good Friday genannt, ist ein Tag der Andacht und Trauer. Prozessionen und Gottesdienste finden statt. Und etwas sehr besonderes für Australien geschieht: alle Geschäfte und öffentlichen Einrichtungen sind geschlossen.
Am Ostersonntag bringt dann nicht der Osterhase die bunten Eier, sondern das Osterbilby. Das Problem mit dem Hasen: In Australien sind Wildkaninchen eine Plage, die zu Ostern nicht auch noch verherrlicht werden soll. Seit den 1990er Jahren wurde daher das Osterbilby, ein Mini-Känguru, als Alternative etabliert.

Philippinen

Auf den Philippinnen gibt es einige sehr raue Bräuche zu Ostern.
Am Ostermorgen halten Eltern ihre kleinen Kinder am Kopf fest und heben sie hoch. Nach alter Legende sollen sie dadurch angeblich größer werden.
Ein anderer Brauch ist noch schmerzhafter. Prozessionen, bei denen sich die Teilnehmer selbst geißeln sind keine Seltenheit. In Cutud, nördlich von Manila geht es noch weiter. Junge Männer tragen morgens Holzkreuze auf einen Hügel und lassen sich dann an Händen und Füßen daran festnageln.

Südafrika

Auch in Südafrika kommt der Osterhase am Ostersonntag angehoppelt und verteilt Süßes und Geschenke. Sonst wird in Südafrika allerdings etwas anders gefeiert als wir es kennen. Die Feiertage werden gerne mit der ganzen Familie am Strand oder in den Bergen verbracht. In Kapstadt gibt es viele Events und Veranstaltungen. In den ländlichen Gegenden spielt der Kirchgang eine große Rolle. Allerdings ist Karfreitag dort kein Tag der Trauer, sondern ein Tag der Dankbarkeit. Denn an Karfreitag ist Jesus gestorben, die Südafrikaner sehen dieses Opfer als ihre Rettung an und haben den Tag daher zum Tag der Dankbarkeit erkoren.

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