Informationen über die weiße Rebsorte Orleans

Orleans - weiße Rebsorte

Orleans in Kürze

Sehr alte Sorte

  • Farbe: Weißwein
  • Heimat: Deutschland
  • Region: Pfalz, Rheingau

Synonyme für Orleans Gartengst, Gelber Orleans, Gros Riesling, Harthheinisch, Harthengst, Orlänsch, Orleanser, Weißer Orleaner

Früher war die weiße Rebsorte Orleans in Deutschland weit verbreitet, dann war sie vom Aussterben bedroht und wurde schließlich wiederentdeckt, inzwischen taucht sie ganz allmählich wieder in den deutschen Weinbergen auf.

Der Ursprung dieser weißen Rebsorte ist unklar. Eine These besagt, die Rebe stamme aus der Region von Orléans in Frankreich und sei auf Wunsch Karl des Großen am Rüdesheimer Berg gepflanzt worden. Einen Beleg für diese These gibt es allerdings nicht.
Sicher ist, dass es sich bei der Orleans um eine der am frühesten nachgewiesenen fränkischen Sorten handelt. Der Botaniker Hieronymus Bock erwähnt sie bereits im Jahr 1539, allerdings nicht als Orleans, sondern unter dem Namen Harthinisch.
Bis ins 19. Jahrhundert hinein war diese Weißweinrebe in Deutschland äußerst beliebt. Sie wurde häufig im gemischten Satz mit Riesling, Elbling und anderen weißen Reben angebaut. Sie wurde in vielen bekannten Lagen der Pfalz und des Rheingaus kultiviert. So war sie unter anderem in den Forster Lagen Jesuitengarten, Kirchenstück und Ungeheuer zu finden, ebenso in den Rheingauer Spitzenlagen am Rüdesheimer Berg. Nach und nach wurde die Orleans vom Riesling verdrängt, sodass der letzte bekannte Wein aus dieser Rebe 1921 in Rüdesheim gekeltert wurde. Danach herrschte lange Jahre Stille in Bezug auf diese weiße Rebsorte. Erst in den 1980er Jahren wurde die Orleans quasi wiederentdeckt. Damals entdeckte Helmut Becker am Rüdesheimer Berg einige verwilderte Reben. An der Forschungsanstalt in Geisenheim gelang es ihm aus diesen Rebstöcken die Orleans zu ziehen. Auch an anderen Stellen tauchten alte Rebstöcke dieser Sorte auf, so in Kloster Eberbach und am Disibodenberg im Bereich Nahe. Möglicherweise handelt es sich bei den Rebstöcken vom Disibodenberg um die ältesten Reben Deutschlands, wenn nicht der Welt – ihr Alter wird auf 500 Jahre geschätzt.
Die Versuchspflanzungen auf Basis dieser alten Rebstöcke nehmen langsam zu und 2002 kam in Rüdesheim der erste Orleans seit vielen Jahren auf den Markt. In Johannisberg im Rheingau und in Laumersheim in der Pfalz gibt es weitere Versuchsanpflanzungen. Die Weine sind recht vielversprechend und könnten dazu beitragen, dass diese Rebe vor dem Aussterben bewahrt wird.

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