Korsika - Wein und Weinbau auf der Insel Korsika

Weinbau auf der Insel Korsika

Korsika, Frankreichs "Ile de Beauté" ist von der Sonne verwöhnt und nicht nur ein beliebtes Reiseziel, sondern auch bekannt für frische Sommerweine deren Qualität sich seit vielen Jahren gesteigert hat und inzwischen über jeden Zweifel erhaben ist.
Dies ist vor allem der Tatsache zu verdanken, dass immer mehr korsischen Winzer mit der Zeit gehen und in die Modernisierung ihrer Weinkeller investiert haben. Weißweine sind von untergeordneter Bedeutung, während Rotweine und Roséweine weit verbreitet sind und zusammen etwa 90% der Produktion ausmachen.
Die französische Mittelmeerinsel ist stark italienisch beeinflusst und eines der ältesten Weinbaugebiete der Welt. Nicht zuletzt diese Tatsachen tragen dazu bei, dass diese Insel und ihre Weine so überaus interessant sind.

Geografie und Klima

Die Insel liegt etwa 170 Kilometer südlich der französischen Küste und 80 Kilometer westlich der italienischen Küste im Mittelmeer. Die rund 8.700 Quadratkilometer Fläche der Insel ist zu großen Teilen mit Hochgebirge bedeckt, wo an Weinbau nicht zu denken ist. Die Weingärten befinden sich in Tälern und in den Ebenen in Küstennähe in maximal 300 Metern über dem Meeresspiegel.
Die Böden, auf denen die Reben gedeihen variieren dabei je nach Lage. Im Westen der Insel dominiert Granit, während im Norden vor allem Schiefer vorkommt, in einigen Abschnitten sind vor allem Mergel, Kalkstein oder Tonerde zu finden.

Das Klima auf Korsika ist mediterran mit trockenen, heißen Sommern und milden, feuchten Wintern. In den gebirgigen Teilen der Insel gibt es allerdings Abweichungen von diesen Bedingungen: Je höher die Lagen, desto intensiver ist der Niederschlag, wohingegen es in den Küstenbereichen sehr trocken ist. Im Winter gibt es in den Höhenlagen oft Schnee und Eis, einige Berggipfel sind sogar im Sommer schneebedeckt, in der Ebene ist eine geschlossene Schneedecke jedoch die Ausnahme.
Eine weitere Besonderheit sind die starken Winde, die ganzjährig über die Insel peitschen. Sie tragen ganz wesentlich dazu bei, dass sich Krankheiten in den Weingärten nur schlecht ausbreiten können und sorgen dafür, dass es im Sommer auch in den Tälern nicht zu Hitzestaus kommt.

Wichtige Rebsorten

Der Weinbau in Korsika wird von Rotwein und Roséwein bestimmt, demzufolge werden auf der Insel im Mittelmeer in erster Linie rote Rebsorten kultiviert. Insgesamt werden rund 20 verschiedene Rebsorten angebaut, wobei die beiden roten Sorten Nielluccio (regionale Bezeichnung für Sangiovese) und Sciacarello die größte Bedeutung haben. Bei den weißen Sorten wird vor allem Malvoisie angebaut. Insgesamt stehen rund 7.500 Hektar unter Reben.
In früheren Jahren tauchte auch die Sorte Montanaccio weit vorne in der Rebsortenstatistik auf, doch Untersuchungen haben ergeben, dass es sich um einen Klon der Sciacarello handelt, sodass die Statistik inzwischen dementsprechend angepasst worden ist.
Seit einigen Jahren ist auch auf Korsika ein Trend hin zu internationalen Sorten zu erkennen: Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Merlot und Pinot Noir werden in immer mehr Weingärten gepflanzt, noch haben sie aber mengenmäßig keine allzu große Bedeutung.

Der korsische Wein

Zu etwa 50% wird auf Korsika Rotwein erzeugt, rund 40% entfallen auf Rosé und die übrigen 10% sind dem Weißwein vorbehalten.
Der typische korsische Rotwein, der aus der Sorte Nielluccio gekeltert wird, ist dunkel in der Farbe, sehr kräftig und weist einen hohen Tanningehalt auf. Der Sciacarello hingegen ist hellrot und wirkt elegant, er zeigt sich würzig mit pfeffrigen Anklängen.
Viele Winzer verschneiden beide Sorten miteinander, da sich die gegensätzlichen Eigenschaften dieser Rebsorten nahezu ideal ergänzen.

Wein-Appellationen auf der Insel Korsika

Seit 1972 gibt es die Markenbezeichnung Vin de Corse. Dieser Wein gilt als französischer Qualitätswein und für die insgesamt neun Appellationen der Insel gelten strenge Auflagen. So muss ein korsischer Rotwein aus zumindest einem Drittel die Rebsorten Nielluccio und Sciacarello enthalten, zusammen mit der Sorte Grenache Noir müssen diese drei Sorten mindestens einen Anteil von 50% haben. Dementsprechend darf der Anteil anderer roter Sorten nicht über 50% hinausgehen.
Bei den Weißweinen gilt, dass sie zu 75% aus Vermentino gekeltert werden müssen, als weitere Sorte ist lediglich Ugni Blanc zugelassen, im Bereich Cap Corse außerdem Codivatra.

Ajaccio

Dieser Anbaubereich ist nach der korsischen Hauptstadt benannt und erstreckt sich an der Westküste der Insel. Die Weinberge liegen auf granithaltigem Untergrund und umfassen rund 200 Hektar. Die wichtigste Rebsorte in diesem Bereich ist Sciacarello. Die rote AC-Weine müssen diese Rebsorte zumindest zu 40% enthalten.

Calvi

Nördlich von Ajaccio befindet sich der Anbaubereich Calvi, der in erster Linie für Rotwein bekannt ist. Neben der klassischen Sorte Sciacarello wird hier auch in größerem Umfang Syrah kultiviert.

Cap Corse / Coteaux-du-Cap-Corse

Das ehemals große Anbaugebiet auf der schroffen Halbinsel von Bastia ist heute auf wenige Hektar (ca. 35)  Rebfläche zusammengeschrumpft. Der Schwerpunkt in diesem Bereich liegt auf trockenem und lieblichem Weißwein.

Figari

Seit den 1970er Jahren ist die Rebfläche im Bereich Figari deutlich zurückgegangen, von den ehemals rund 750 Hektar Rebland werden heute nur noch etwa 100 Hektar bewirtschaftet. Hier im Süden der Insel liegt der Schwerpunkt mit über 60% ganz eindeutig beim Rotwein.

Muscat-du-Cap-Corse

Seit 1993 werden die Muskatweine des Bereichs Cap Corse unter einem eigenen Appellations-Siegel vermarktet. Bei diesen Weinen handelt es sich um weiße, aufgespritete Dessertweine, die aus der Rebsorte Muscat blanc a petits grains gekeltert werden. Die Trauben werden nach der Lese in Holzkisten gelagert, um zu trockenen und den Zuckergehalt zu steigern. Das Herstellungsverfahren dieses korsischen Dessertweins ähnelt dem des Vin Santo aus der Toskana.

Patrimonio

Der Schwerpunkt dieses ältesten AOC-Gebiets auf Korsika ist inzwischen für Rotwein bekannt, nach dem die anfänglichen Versuche mit Weißwein nur wenig Erfolg hatten. Die trockenen Rotweine werden in erster Linie aus Nieluccio gekeltert, die hier auch für Roséweine verwendet wird, die immer mehr an Bedeutung erlangen.
Neben den trockenen Weinen gibt es im Bereich Patrimonio mit dem Rappu auch eine Spezialität erzeugt. Es handelt sich um einen süßen roten Dessertwein, der aus der Rebsorte Grenache erzeugt wird.

Porto Vecchio

Das Anbaugebiet Porto Vecchio befindet sich in einer schwierigen Lage: Zum einen sind die Absatzmöglichkeiten für Wein aus Korsika nicht gerade als einfach zu bezeichnen und zum anderen schnellen die Grundstückspreise in dieser Region in die Höhe, da sie bei Touristen zunehmend beliebter wird. Viele Weinbauern verkaufen daher ihr Land oder steigen selbst in die Tourismusbranche ein.
Die rund 90 Hektar Rebland sind gegenwärtig mit roten und weißen Sorten bestockt.

Sartene

Drei Täler mit recht unterschiedlichen Bedingungen gehören zur Appellation Sartene, sodass die Weine aus diesem Bereich nur schwer auf einen Nenner zu bringen sind. Größte Bedeutung haben die Sorten Sciacarello, Grenache und Verentinu.

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