Weine & Weinbau in Griechenland

Weinbauregionen in Griechenland

Karte von Griechenland

Weinbau Informationen über Griechenland

Dass Wein ein göttliches Getränk ist, wussten die alten Griechen schon vor über viertausend Jahren. Und seit dieser Zeit verstehen es die Griechen, Wein zu keltern. Und was in Griechenland heute erzeugt wird, genügt in immer größerem Umfang internationalen Maßstäben. Vorbei die Zeit, in der man bei der Erwähnung griechischer Weine automatisch einen harzigen Geschmack auf der Zunge verspürte ....
Die Voraussetzungen für erfolgreichen Weinbau sind, geographisch wie klimatisch, sehr vielfältig und führen zu einer breiten Palette unterschiedlichster Rebsorten und Weine. Dies ist aber eher von Vorteil, hier ist für jeden Weingeschmack etwas dabei. Ausreichend Sonnenstunden, mildes Klima und zum überwiegenden Teil vulkanische Böden lassen den Winzern wenig Ausreden für mittelmäßige Weine.

Klimatische Bedingungen und Bodenverhältnisse

Griechenland ist zwar ein Land mit maritimem Charakter, dennoch weist es einen hohen Gebirgsanteil auf und wird daher als Gebirgsland eingestuft. Innerhalb der EU ist es nach Slowenien das Land, das prozentual zu seiner Fläche den zweitgrößten Gebirgsanteil aufweist.
Die Böden bestehen überwiegend aus Granit, Kalk und Vulkangestein – sehr gute Voraussetzungen für den Weinbau. Im Zusammenspiel mit dem mediterranen Klima sind vor allem die Küstenregionen sehr gut für den Weinbau geeignet. Der Winter ist in der Regel kurz und mild, in Küstennähe regnet es zu dieser Jahreszeit recht häufig, Schnee und Frost sind selten, der Sommer ist überwiegend heiß und trocken, wobei die Temperaturen in Küstengebieten durch frische Meeresbrisen gemildert werden.
Insgesamt zählt Griechenland zu den wärmeren Weinbaugebieten der Welt, sodass es gängige Praxis ist, Weinberge in höheren Lagen oder an Nordhängen anzulegen, um die Reife der Beeren zu verlangsamen und dem Wein so mehr Ausdruckskraft und Struktur zu verleihen.

Wichtige Rebsorten für Weine aus Griechenland

Griechenland gilt als das Land der autochthonen Rebsorten, von denen es eine große, kaum zu überblickende Vielzahl gibt. Lange Zeit gingen Schätzungen von bis zu 350 verschiedenen Sorten aus, die in diesem südosteuropäischen Land verbreitet sein sollten. Neuere Untersuchungen haben allerdings ergeben, dass diese Zahl wohl deutlich überhöht ist und es sich eher um rund 200 verschiedene Rebsorten handelt, die zum großen Teil nur sehr lokal begrenzt kultiviert werden.
Wichtig zu beachten ist außerdem, dass nur ein kleiner Teil der mehr als 110.000 Hektar umfassenden Rebfläche des Landes für den Weinbau genutzt wird. Etwa die Hälfte der Fläche wird für die Produktion von Tafeltrauben und Rosinen genutzt. Nur rund 10% der griechischen Rebfläche entfällt auf den Qualitätsweinbau.

Rote Reben

Einheimische Sorten sind in Griechenland tonangebend. Als die edelste rote Rebsorte des Landes gilt Agiorgitiko, bei der es sich um eine der ältesten Sorten der Welt handelt.
Weitere regionale Sorten von Bedeutung sind Kotsifali, Liatiko, Limnio, Mandilaria und Vertzami. Ganz wichtig auf den griechischen Inseln, vor allem auf Kreta, sowie in Zypern ist die Rotwein-Rebe Mavro. Aus dieser Rebsorte werden sortenreine sehr kräftige Rotweine gekeltert. Die Mavro wird aber auch für Süßweine verwendet.
Die wichtigsten internationalen Sorten, die in Griechenland allerdings nur langsam Fuß fassen, sind Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Cinsault, Merlot und Syrah.
Zugelassen für den Qualitätsweinbau sind insgesamt rund 40 verschiedene rote Sorten, die zum Teil aber nur in einem einzigen Gebiet kultiviert werden.

Weiße Reben

Auch bei den weißen Rebsorten dominieren in Griechenland die autochthonen Sorten. Weit verbreitete und wichtige Sorten sind Aidani Aspro, Assyrtiko, Athiri, Roditis und Savatiano.
Wichtige internationale Sorten sind Chardonnay, Sauvignon Blanc und Ugni Blanc.
Neben den genannten Reben sind viele weitere für den Weinbau zugelassen, insgesamt rund 40 verschiedene weiße Rebsorten.

Qualitätsstufen für Wein aus Griechenland

Zwischen 1971 und 1972 hat das griechische Landwirtschaftsministerium zusammen mit dem griechischen Weininstitut angelehnt an das Vorbild Frankreich kontrollierte Ursprungsbezeichnungen für die besten Anbaugebiete des Landes eingeführt.
Im Jahr 2009 erfolgte auf Treiben der EU eine grundlegende Überarbeitung der Weinbezeichnungen und Qualitätsstufen – nicht nur in Griechenland, sondern in allen EU-Staaten, in denen Weinbau betrieben wird.

  • Epitrapezios Inos – Entspricht dem Tafelwein / vin de table. Es handelt sich dabei um Verschnittweine aus verschiedenen Anbaugebieten.
  • Kava / Cava – Bezeichnung für Tafelweine, die länger gelagert wurden. Weißweine dieser Qualitätsstufe müssen zwei Jahre Lagerung aufweisen, davon jeweils mindestens sechs Monate im Fass und sechs Monate in der Flasche. Für Rotwein gilt, dass er für drei Jahre reifen musste, mindestens sechs Monate im Holzfass aus neuer Eiche oder ein Jahr im gebrauchten Holzfass sowie zwei Jahre in der Flasche.
  • Topikos Inos – Entspricht dem Landwein / Vin de pays. Auf dem Etikett muss ein Herkunftsgebiet aufgeführt werden. Aktuell gibt es in Griechenland knapp 100 zugelassener Herkunftsgebiete. Dabei gilt die Faustregel: Je kleiner das Gebiet, auf das sich die Definition bezieht, ist, desto höher ist die Qualität des Weines einzuschätzen.
  • Onomasia Proelefseos Anoteras Piotitos (OPAP) – Entspricht dem französischen AOP bzw. dem italienischen DOC. Es gibt aktuell gut 20 Appellationen, die den OPAP-Status haben. Es werden Rotweine und Weißweine gekeltert und vorzugsweise trocken ausgebaut, es gibt aber auch halbtrockene und liebliche Varianten. Die Weine dieser Qualitätsstufe sind an der roten Banderole, die über Korken und Kapsel geklebt ist, zu erkennen.
  • Onomasia Proelefseos Eleghomeni (OPE) – Die höchste Klassifizierung für griechischen Wein, die gegenwärtig für 8 Appellationen gilt, in denen Süßwein erzeugt wird. Zu erkennen sind diese Weine an einer blauen Banderole, die über Korken und Kapsel geklebt ist.
  • Epilegmenos (Reserve) – OPAP- und OPE-Weine können diese Bezeichnung tragen, wenn sie für zwei Jahre (Weißwein) bzw. für drei Jahre (Rotwein) gelagert wurden, ehe sie auf den Markt kommen.
  • Idika Epilegmenos (Grande Reserve) – Weine der Stufen OPAP und OPE dürfen diese Zusatzbezeichnung tragen, wenn sie für eine bestimmte Frist gelagert wurden, bevor sie auf den Markt kommen. Weißwein muss mindestens drei Jahre gelagert worden sein, Rotwein vier Jahre lang.

Wer sich nur ein wenig kundig macht, merkt schnell, dass die Zeiten der geharzten griechischen Weine, die als Retsina bekannt sind, im Prinzip vorbei sind. Natürlich gibt es noch immer Retsina. Dabei handelt es sich um einen trocken ausgebauten Weißwein, der mit Harz versetzt wird und so einen ganz eigenen Geschmack aufweist.
Dies ist ein griechischer Klassiker, andere bekannte griechische Getränke sind Ouzo und Metaxa, die von Kreta bis Thessaoliniki sehr beliebt sind.

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Informationen über einzelne Weinbauregionen für Weine aus Griechenland

  • Ägäische Inseln – In der Antike wurden hier die besten Weine Griechenlands gekeltert.
  • Epirus – Eines der wenigen Gebiete in Griechenland, in denen Schaumwein erzeugt wird.
  • Ionische Inseln – Auf jeder der größeren Inseln wird Weinbau betrieben.
  • Kreta – Auf dieser Insel wird Wein fast ausschließlich aus autochthonen Rebsorten erzeugt.
  • Makedonien – Bekannt ist das Gebiet vor allem für Rotwein, vor allem aus der Rebsorte Xinomavro.
  • Peloponnes – Große Halbinsel im Süden des Landes, auf der rund ein Viertel aller griechischen Weine erzeugt wird.
  • Thessalien – Weinbau gewinnt in dieser Region seit einiger Zeit zunehmend an Bedeutung.
  • Thrakien – Im äußersten Nordosten Griechenlands liegt dieses Anbaugebiet mit Appellationen wie Thrakkios und Avdira.
  • Zentral Griechenland – Großes Anbaugebiet, das auch Athen mit einschließt.
 
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