Informationen über die weiße Rebsorte Reichensteiner im Rebsortenlexikon

Reichensteiner - weiße Rebsorte

Reichensteiner in Kürze

Neuzüchtung aus Deutschland

Synonyme für Reichensteiner Geisenheim CD 18-92, Rajhenstajner

Die weiße Rebsorte Reichensteiner stammt aus Deutschland. Es handelt sich um eine Neuzüchtung, die aus der Kreuzung Müller-Thurgau x (Madeleine Angevine x Calabrisi Bianco) hervorgegangen ist. Entstanden ist die Rebenneuzüchtung an der Forschungsanstalt in Geisenheim. Die in die Zuchtliste eingetragenen Elternreben konnten durch DNA-Untersuchungen bestätigt werden.
Sie selbst war Kreuzungspartner bei Neuzüchtungen wie zum Beispiel Ehrenbreitsteiner, Gamaret und Garanoir.
Der Name dieser Weißweinrebe leitet sich von Burg Reichenstein im Oberen Mittelrheintal ab.

Im Jahr 1978 wurde die Reichensteiner in die Sortenschutzliste eingetragen und darf seither offiziell in den deutschen Weinbergen kultiviert werden.
Diese Erlaubnis führte aber nicht zu einem Boom, wie bei manch anderer Neuzüchtung. Seit Ende der 1990er Jahre ist ein deutlicher Rückgang der Rebfläche für Reichensteiner zu beobachten. 1999 waren noch rund 250 Hektar mit dieser weißen Rebsorte bestock, 10 Jahre später schon nur noch gut 100 Hektar. Der überwiegende Teil dieser Fläche (rund 70 Hektar) befinden sich im Rheingau. Einen erwähnenswerten Bestand gibt es außerdem an der Mosel.
In England und Neuseeland gibt es ähnlich große Bestände wie in Deutschland, kleine Flächen sind in Japan und Kanada.

Die Reichensteiner ist eine früh reifende Sorte und kann zeitgleich mit dem Gutedel gelesen werden. Sie eignet sich daher besonders für Anbauregionen mit kühlerem Klima. Die Sorte ist widerstandsfähig gegen Botrytis und Flaschen Mehltau.

Weißweine aus der Reichensteiner verfügen über ein recht blumiges Bukett. Der Säuregehalt ist niedrig bis moderat, der Geschmack recht neutral. Daher wird die Sorte eher selten sortenrein ausgebaut, sondern eher als Verschnittpartner genutzt. Früher wurde sie auch zur Herstellung von Süßreserve verwendet. Da diese Praxis zwar nach wie vor für Prädikatsweine in Deutschland zulässig ist, aber kaum noch eingesetzt wird, ist die Rebsorte auch für diesen Zweck kaum noch von Nutzen.

 
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