Weinbauland Spanien - Informationen zu Wein und Weinbaugebieten

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Weinbaugebiete in Spanien (zum Vergrößern anklicken)

Karte der Weinbau-Gebiete in Spanien

Weinbau in Spanien

Spanien ist zusammen mit Frankreich und Italien die führende Weinbaunation der Welt. Auf mehr als 1.000.000 Hektar Rebland werden jedes Jahr rund 40 Millionen Hektoliter Wein gekeltert.
Der Weinbau auf der Iberischen Halbinsel blickt auf eine lange Geschichte zurück, denn bereits 3000 Jahre vor Christus wurden hier Reben angebaut und Weine erzeugt.
Trotz dieser uralten Tradition und sehr guten geografischen und klimatischen Voraussetzungen führte Spanien über lange Zeit eine Art Schattendasein unter den Wein exportierenden Ländern. Die Weinbaubetriebe genügten sich selbst und konkurrierten international kaum mit Italien oder Frankreich. Lediglich Sherry und Rotwein aus Rioja wurden auf den internationalen Märkten stark nachgefragt und diese Nachfrage auch bedient. Aber Weißwein, Rosé oder auch Cava wurden lediglich für den heimischen Markt erzeugt und auch nur in geringem Umfang in überzeugender Qualität.

Klima und Bodenverhältnisse

Nach Albanien und der Schweiz ist Spanien das gebirgigste Land Europas. Erhebungen und Täler, oft von Flüssen durchzogen, bestimmen die Landschaft. Die Flüsse wie Duero, Ebro und Tajo sind dabei von großer Bedeutung für den Weinbau. Zum einen wirken sie sich auf das lokale Klima aus, zum anderen liefern sie das Wasser für die Weingärten.

Von Norden nach Süden lässt sich Spanien grob in drei Klimazonen gliedern: Den kühlen, „grünen Norden“ mit recht großen Niederschlagsmengen, heißen Sommern und kalten Wintern. Dazu zählen Aragonien, Galizien, Katalonien, Navarra und La Rioja. Darunter schließt sich das Zentralplateau an, dessen Klima von heißen Sommern und sehr kalten Wintern sowie durchgängiger Trockenheit geprägt ist. Zu diesem Bereich zählen die Weinbauregionen Extremadura und La Mancha. Schließlich folgt im Süden die Küstenregion, in der es ebenfalls wenig Niederschläge gibt, dafür aber kühlende Meeresbrisen, die die Hitze im Sommer mildern. Zu dieser dritten Klimazone gehören die Weinbaugebiete Andalusien, Katalonien und Levante.
Einen Sonderfall stellen die spanischen Inseln dar. Auf den Balearen und den Kanaren herrschen wieder andere klimatische Bedingungen vor, die denen an der Küste zwar ähneln, oft gibt es aber deutlich mehr Wind.
So unterschiedlich wie die regionalen Bedingungen sind auch die Weine aus Spanien. Schwerer Rotwein ist genauso zu finden wie spritzig leichter Weißwein.

Wichtige Rebsorten in Spanien

In Spanien werden auf mehr als 1.000.000 Hektar etwa 250 verschiedene Rebsorten kultiviert. Vielen Weinfreunden ist Spanien dabei als Rotweinland bekannt obwohl rund die Hälfte der Rebfläche mit weißen Sorten bestockt ist. Das liegt in erster Linie daran, dass spanischer Wein, der in den Export gelangt in der Regel aus Tempranillo, Garnacha, Carinena und anderen roten Sorten gekeltert wird.  Langsam nimmt aber auch die Zahl der Weine aus weißen Reben zu, die es in deutschen Weingeschäften zu kaufen gibt.
Absolut dominierend ist die weiße Rebsorte Airen, die ein knappes Drittel der spanischen Rebfläche bedeckt. Diese Sorte, die in Spanien auch unter den Namen Burra Blanca, Forcallat oder auch Manchega bekannt ist, wird in erster Linie als Grundlage für Branntweine verwendet. In einigen Regionen wird sie aber auch als Verschnittpartner für Macabeo verwendet und ergibt meist sehr einfache Weißweine, die nur in seltenen Fällen in den Export gelangen. Oft wird dieser Wein lokal direkt im Fass verkauft. In Zentralspanien wird Airen teilweise auch mit Tempranillo zu einem sehr hellroten Wein verschnitten, der vorwiegend vor Ort konsumiert wird. Die Rebfläche für Airen ist gegenwärtig deutlich im Rückgang begriffen.
Für den Qualitätsweinbau haben andere Sorten, allen voran Tempranillo, größere Bedeutung. Diese rote Sorte ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt, da sie in den viel gelobten Rotweinen aus Rioja eine wichtige Rolle spielt.
Weitere in Spanien weit verbreitete Rebsorten sind Bobal, Garnacha, Monastrell für Rotwein sowie Albarino, Macabeo (Viura), Pardillo und Palomino für Weißwein.

Cava – feiner Schaumwein aus Spanien

Der Cava ist ein Schaumwein, der in erster Linie in Katalonien erzeugt wird. Er ist die wohl bekannteste Spezialität dieser Region. Der überwiegende Teil der Cavas entsteht in Katalonien, in der direkten Umgebung Barcelonas, in der Anbauregion Penedes. Ein kleiner Teil wird aber auch in anderen Teilen des Landes gekeltert, vor allem in Rioja, Navarra und Aragonien. Als Erfinder dieses Schaumweins gilt übrigens José Raventos. Er kelterte als erster einen Cava aus den Sorten Parellada, Xarello und Macabeo (Viura), die heute als Standard-Sorten gelten. Inzwischen wurden auch die klassischen Champagnersorten Chardonnay und Pinot Noir für den Cava zugelassen, ebenso wie einige andere typisch spanische Reben wie Monastrell und Garnacha.

Qualitätssystem der spanischen Weine

2009 gab es eine neue Regelung für Weinbezeichnungen und Qualitätsstufen, die von der EU erlassen wurde. Die Übergangsfrist galt noch bis 2011. Diese Regelung hat vor allem Auswirkungen auf die Bezeichnungen der Qualitätsstufen.
Die Regelungen zu Rebsorten, Ertrag und Herstellungs-Methoden werden in Spanien nach wie vor vom Instituto Nacional de Denomucaciones de Origen (INDO) erlassen. Jedes DOP-Gebiet hat zusätzlich eine eigene Aufsichtsbehörde.

Vino (bis 2011 Vino de Mesa)

Es handelt sich um einen Tafelwein. Das Lesegut darf aus unterschiedlichen Landesteilen stammen, die Beschränkung auf ein einzelnes Herkunftsgebiet ist nicht notwendig. Es ist auch zulässig Weine aus verschiedenen Weinbaugebieten zu verschneiden. Angaben zu Herkunftsregion, Rebsorte und Jahrgang dürfen nicht auf dem Etikett stehen.

IGP (bis 2011 Vino de la Tierra)

Mit gesamten Namen heißt die Qualitätsstufe IGP Indicacion Geografica Protegida und bezeichnet einen Landwein. Auf der Flasche müssen die Rebsorten und die Herkunftsregion angegeben werden.

DOP (bis 2011 DO und DOCa)

Die Denominacion de Origen Protegida ersetzt die früher bestehenden Termini DO und DOCa.
Erzeugung und Verarbeitung der Weine müssen in einem bestimmten Herkunftsgebiet erfolgen, das auf der Flasche angegeben ist. Darüber hinaus gelten Regelungen zu zugelassen Rebsorten, Alkoholgehalt und Reife. Dazu gibt es Ertragsobergrenzen und die Weine müssen sich einer analytischen und sensorischen Prüfung unterziehen.
Etwa die Hälfte der spanischen Rebflächen kommt für die Herkunftsbezeichnung DOP infrage.

Vino de Pago

Die höchste Qualitätsstufe im spanischen Weinbau ist die im Jahr 2003 eingeführte Klassifizierung Vino de Pago.
Die Weine müssen mindestens die Anforderungen einer DOP entsprechen, darüber hinaus aber noch aus bestimmten, fest umrissenen Anbaubereichen stammen, die besondere Merkmale aufweisen und daher als einzigartig gelten. Bisher gibt es weniger als 15 solche Vinos de Pago in Spanien.
Voraussetzung für die Einstufung als Vino de Pago ist, dass der Wein die spezifische Charakteristik der jeweiligen Lage zum Ausdruck bring und damit unverwechselbar ist.

Überblick über die Bezeichnungen des Reifegrades spanischer Weine

In Spanien ist es üblich, Weine erst zu dem Zeitpunkt auf den Markt zu bringen, zu dem sie trinkreif sind. Daher gibt es für jeden Weintyp umfassende Regelungen zur Reifezeit. Die entsprechende Terminologie auf dem Etikett gibt Aufschluss über den Reifegrad des jeweiligen Weines.
Diese Regelungen gelten für Rotwein. Bei Weißwein und Rosé verhält es sich ein wenig anders: sie müssen in der Regel sechs Monate im Holzfass reifen bevor sie in Flaschen gefüllt und vermarktet werden. Einige Winzer geben ihren Weinen allerdings mehr Zeit, sodass es auch weiße Reservas und Gran Reservas gibt – diese sind jedoch recht selten.

Joven

Junge spanische Weine, die entweder gar nicht oder nur kurz (bis zu sechs Monate) im Fass gelagert wurden. Diese Weine kommen im Jahr nach der Lese auf den Markt und sind für den baldigen Genuss gedacht.

Crianza

Ein Wein aus Spanien, der die Kennzeichnung Crianza trägt, muss für mindestens zwei Jahre gereift sein. Die Regelung besagt, dass dieser Wein sechs Monate im Holzfass und 18 Monate in der Flasche reifen muss, bevor er auf den Markt kommen darf – Abweichungen in einigen DOPs sind durchaus möglich und längere Lagerfristen sind grundsätzlich zulässig.

Reserva

Eine Reifephase von 36 Monaten ist für die Klassifizierung als Reserva Voraussetzung. Mindestens 12 Monate dieser Zeit muss der Wein im Holzfass verbracht haben.
Zusätzlich gilt, dass nur Weine, die aus einer DOP oder einem Vino de Pago-Bereich stammen, diese Kennzeichnung tragen dürfen.

Gran Reserva

Nach mindestens 60 Monaten der Reife darf ein spanischer Rotwein die Bezeichnung Gran Reserva auf dem Etikett tragen. Mindestens 18 Monate dieser Reifephase müssen im Holzfass erfolgt sein.
Wie auch beim Reserva gilt, dass die Bezeichnung Gran Reserva nur von Weinen aus DOP- und Vino de Pago-Bereichen verwendet werden darf.

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Überblick über die spanischen Weinbauregionen

  • Andalusien – Die Heimat des Sherrys, in der aber auch ansprechende Rotweine und Weißweine erzeugt werden.
  • Aragonien – Die Anbauregion im Nordosten Spaniens ist bekannt für seine Weine aus Carinena und Somontano.
  • Balearen – Mehr als nur Ferieninseln! Auf Mallorca & Co keltern Winzer auch Wein.
  • Extremadura – Eines der ältesten Weinbaugebiete in Spanien.
  • Galicien – Der Weinbau ist hier zum Teil stark von Portugal beeinflusst.
  • Kastilien-Leon – Diese Region ist auch als das „Land der Burgen“ bekannt.
  • Kanaren – Weinbau wird auf allen Inseln betrieben, allerdings im eher kleinen Umfang.
  • Katalonien – Die Region rund um Barcelona ist seit Jahrhunderten für ihren Wein bekannt.
  • La Mancha – Dieses Anbaugebiet wird manchmal auch als Kastilien–La Mancha bezeichnet.
  • Levante – An der Mittelmeerküste, im Hinterland von Valencia, werden in der Region Levante Weine erzeugt.
  • Navarra – Das Gebiet im Nordosten Spaniens ist vor allem für Rotwein und Rosé bekannt.
  • Rioja – Das wohl bekannteste spanische Weinbaugebiet, aus dem hervorragende Rotweine stammen.
  • Madrid – Auch in der spanischen Hauptstadt wird Weinbau betrieben.
 
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